Montag, 20. Juni 2016

Böse Kollegen im langweiligen Outback. Garry Dishers neuer Krimi "Bitter Wash Road" schwankt zwischen Stereotypen und prägnanten Details

"Ich dulde keine Faulenzer", sagte Sergeant Kropp, "und keine Klugscheißer." Deutliche Worte. Er mag seinen Untergebenen Hirschhausen nicht. Aber das ist auch kein Wunder, denn Constable Paul "Hirsch" Hirschhausen hat bei der Internen Abteilung ausgesagt, gegen seine Vorgesetzte. Und ein Polizist verrät keine anderen Polizisten, egal was die gemacht haben. Diesen Korpsgeist gibt es dort noch, und wer gegen ihn verstößt, hat schlechte Karten. Und deswegen mag er ihn nicht. Und seine Kollegen ebensowenig. Nur gut, dass es nicht so viele sind, denn Hirschhausen ist in die Wüste geschickt worden, nach Tiverton, das ist da, wo sonst nichts ist, "eine Landschaft, die geradezu danach lechzte, dass sich etwas bewegte". In ein Einmannrevier am Barrier Highway, drei Stunden nördlich von Adelaide.

Seine Kollegen Nicholson und Andrewartha sind rassistische Schlägertypen, die das kleine Städtchen Redruth beherrschen und vor allem die Aborigines ohne Grund verprügeln, Richter und Amtsarzt spielen mit, sodass sich niemand traut, sich ihnen entgegenzustellen. Hirsch schmuggeln sie ein Handy und 2.500 Dollar in sein Auto, um ihn reinzulegen - dummerweise bekommt er das mit und tauscht es gegen unverdächtige Gegenstände aus. Manche Gespräche mit seinem Vorgesetzten nimmt er heimlich auf, um sich abzusichern.

Ansonsten ist das Leben im Outback langweilig für ihn. Zwei Kinder schießen irgendwo mit einem Gewehr, es gibt einen Haufen Betrunkener, die Autofahrer blinken nicht beim Abbiegen - das war's. Aber dann wird in einem Straßengraben die Leiche eines 16-jährigen Mädchens gefunden, überfahren. Unfall mit Fahrerflucht? Dummerweise trägt sie die Unterwäsche falsch herum. Dann verschwindet die Freundin dieses Mädchens, später erschießt sich eine Frau, die sich gerade von ihrem brutalen Mann trennen will. Oder wird sie erschossen? Hirsch ist auf sich allein gestellt: Er kann niemandem trauen, schon gar nicht seinen mobbenden Kollegen, und niemand traut ihm, denn für die Einheimischen ist er nur ein weiterer mieser Polizist. Und die leben nach ihrem eigenen Kodex, legen das Gesetz zu ihren Gunsten aus oder üben einfach nur ihre Macht aus.

Mit "Bitter Wash Road" hat der australische Krimiautor Garry Disher ein bekanntes Thema aufgegriffen: die Korruption der Polizei und der eine aufrechte Charakter, der alles aufklärt. Das ist nicht besonders neu, und so ist auch der Plot mit seinen meist vorhersehbaren Wendungen schnell ein bisschen langweilig. Immerhin gelingen Disher sehr schöne Beschreibungen der Landschaft und der armen Menschen, die am Rand der Existenz leben, die Charaktere sind schnell lebendig, aber auch immer wieder in Gefahr, zu Stereotypen zu werden: die dummen, bösen Cops, die armen Frauen, die verwahrlosten Jugendlichen, die allgemeine Perspektivlosigkeit, Armut, Alkohol ...

Was Disher rettet, ist vor allem seine nüchterne, klare, manchmal auch poetische Sprache, seine prägnanten Details, seine Hauptfigur, die das Dilemma kennt, in das er sich hineinmanövriert - aber er kann sich nicht helfen, er hat einen letzten Rest von Anstand bewahrt. Genug, um seine Kollegen zu verraten. Dazu gibt es ab und zu witzige Details wie seine Verliebtheit, die sich meist auf die Farmerin Wendy richtet, aber auch vor anderen Frauen nicht haltmacht. Etwas zu tun, dafür ist er dann wieder zu schüchtern.

Zwischendurch ist es natürlich lebensgefährlich für Hirsch, es kommt zu Schießereien, er wird in eine Falle gelockt, ein paar Einwohner begehren auf und erzählen in einer Stadtversammlung von den Schikanen, denen sie ausgesetzt sind. Und am Schluss wird natürlich alles aufgeklärt, und es kommt wie erwartet: es ist natürlich die High Society, die regelmäßig jungen Frauen und Mädchen sexuell missbraucht und sich dabei von der Polizei helfen und sie dabei auch mittun lässt. Nur den Mord, den klärt Hirsch nicht auf, dass macht in einer hübschen Wendung auf den letzten drei Seiten sein Vorgesetzter, der dann doch nicht so ein übler Polizist ist.

Garry Disher ist ein vielseitiger Autor, er schreibt Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher zur Geschichte Australiens, Kurzgeschichten, Kriminal- und andere Romane. Seine inzwischen sechsbändige Reihe um Inspektor Hal Challis aus Melbourne ist zu Recht hochgelobt, zu hoffen bleibt, dass er sich hier im Outback noch steigert.

Garry Disher: Bitter Wash Road. Kriminalroman.
Übersetzt von Peter Torberg
Unionsverlag, 233 S., 21,95 Euro

Sonntag, 19. Juni 2016

Ein Rabbi zwischen allen Stühlen. Alfred Bodenheimer schickt seinen Rabbi Klein in seinen dritten Fall, diesmal in Basel

"Ihr Juden seid schwarz und verbrannt und nicht weiß und schön wie die meisten anderen Völker." So beginnt die Diskussion zwischen einem Christen und einem Juden bei Sebastian Münster, kein guter Anfang für eine politisch korrekte Zeit. Sebastian Münster allerdings lebte im 16. Jahrhundert, da durfte man noch Vorurteile haben. Geboren wurde er 1488 in Ingelheim, 1552 starb er als Rektor der Universität im reformierten Basel an der Pest. Als er berufen wurde, verfasste er zweisprachig eine kleine Schrift, den "Messias", eben diese Diskussion zwischen dem Juden und dem Christen. Luther kannte sie, vielleicht wurde er durch sie inspiriert, 1543 sein antijüdisches Buch "Von den Juden und ihren Lügen" zu schreiben.

Spannend wird es für Rabbi Klein, der dieses dünne Büchlein liest, als es in ihm tatsächlich um den Messias geht - für die Christen war er ja schon da, für die Juden kommt er noch. Der Christ fragt: "Warum verspätet sich euer Messias so sehr, zu kommen und euch zu erlösten, und wie kann der Herr diese lange Zeit euer Leiden sehen, das im Exil auf euch lastet, und er errettet euch nicht daraus und vollzieht kein Gericht an euren Feinden?" Und der Jude antwortet: "Der Messias kommt noch nicht, aber er ist am Tag der Tempelzerstörung geboren, wie es in den Erzählungen steht." Und Rabbi Klein muss an einen israelischen Popsong denken, mit dem Refrain "Maschiach lo ba, maschiach gam lo metalfen": "Der Messias kommt nicht, der Messias ruft auch nicht an." Das gibt es auch auf Youtube ...

Einen Geistlichen als Detektiv, das kennt man vor allem von G.K. Chestertons "Father Brown", der von Heinz Rühmann als "Pater Braun" so schelmisch verhunzt wurde, einen Rabbiner als Aufklärer vom amerikanischen Autor Harry Kemelmann. Und jetzt auch vom Schweizer Alfred Bodenheimer - vor kurzem ist sein dritter Fall um Rabbi Gabriel Klein erschienen. Diesmal gelingt es dem Zürcher Rabbiner, ein Sabbatical zu nehmen und sich dabei nicht auszuruhen oder nach Israel zu fahren, wie es sich gehört, sondern in Basel ein kleines Forschungsprojekt anzugehen, die Neuübersetzung eben der Schrift von Sebastian Münster, um die ihn der Basler Professor Blatt gebeten hat.

Natürlich hilft er der Basler Gemeinde gern aus, als sie ihn bitten, einen Kollegen zu vertreten, der dem Burn-out erlegen ist. Und natürlich - Krimi bleibt Krimi - muss er dann auch gleich einen Mord aufklären. Beziehungsweise dem Kommissar Drulovic dabei helfen, der auch noch Probleme mit seinen Mitarbeitern hat, die gern und offenbar absichtlich mal etwas verschlampen: Denn während eines Wochenendseminars in der evangelischen Tagungsstätte Geissenberg, auf dem er den Schabbatgottesdienst abhalten soll, wird Gemeindevorstand Stéphane Hutmacher ermordet. Zwar wurden auch Rechtsradikale gesichtet, aber auch die Gemeindemitglieder, mit denen sich der Tote, ein erfolgreicher Anwalt und Gemeindevorstand, oft gestritten hat, sind verdächtig.

Mit vielen Details aus dem bunten, aufregenden und selten reibungsfreien Leben in den jüdischen Gemeinden der Schweiz (keine Sorge: in Deutschland sieht es genauso aus) erzählt Alfred Bodenheimer diese Geschichte, mit viel feinem Humor und Ironie, lebendigen Charakteren und vor allem einem Rabbiner, der sich unversehens zwischen allen Stühlen befindet. Schon seine Frau war nicht begeistert von seinen Plänen, auch die eigene Gemeinde findet es befremdlich, dass er ein Sabbatical nimmt und dann Rabbi einer anderen Gemeinde spielt. Und auch das Wissenschaftsmilieu zwischen Universität Basel und dem Jüdischen Museum wird kritisch beleuchtet, mit satirischen Seitenhieben auf Eifersüchteleien und Renommiersucht - Bodenheimer ist Leiter des Institutes für Jüdische Studien in Basel und weiß, wovon er schreibt. Zudem steht Rabbi Klein plötzlich mitten in einem langandauernden und verbissenen Streit zwischen dem Hutmacher und Gemeindechasan Jedidia Strumpf. Und dann ist Hutmacher tot und Strumpf spurlos verschwunden. Das Ende ist sehr überraschend, ebenso wie die Aufklärung.

Auch in seinem dritten Krimi um Rabbi Klein beweist Bodenheimer, dass er lebendig zu schreiben versteht, die alltäglichen Querelen und Streitigkeiten in einer jüdischen Gemeinde darstellen und dabei gelehrte Diskussionen und einen verzwickten Fall sehr gradlinig und fein miteinander verknüpfen kann. Und auch das Seelenheil kommt nicht zu kurz - es ist eben ein theologischer Krimi.

Alfred Bodenheimer: Der Messias kommt nicht. Rabbi Kleins dritter Fall.
Verlag Nagel und Kimche
204 Seiten, 19,90 Euro

Vielsagende Schweigsamkeit. Castle Freeman zeichnet in seinem Thriller "Männer mit Erfahrung" ein düsteres Bild von Vermont

"Eine Waffe ist nur dann gut, wenn man der Einzige ist, der eine hat", sagt Lester. Und dann treffen er, Nate und Lillian den Freund von Blackway, sitzen zusammen in einer Nische der Bar "Fort Bob", fragen ihn, wo sie Blackway finden können. Und als er nicht aufhört, Lillian zu beleidigen, greift Leser zum großen Bierkrug und schlägt ihn mit voller Wucht an Murdocks Kopf. Zerrt ihn aus der Nische und tritt mit voller Wucht auf Murdocks Knie: "Als Nate sie zur Tür rausschob, hörte Lillian ein Knacken. Es war das Letzte, was sie an diesem Nachmittag im Fort Bob hörte." Als sie im Auto sitzen, zeigt Lester das, was er in seiner Hand hält: Murdocks linkes Ohr. Und wirft es hinaus.

Es ist kein Ponyhof, dieses landschaftlich so schöne Vermont. Nicht, wenn man als Frau allein lebt, und Blackway einen verfolgt. Erst hat er Lillians Freund Kevin so eingeschüchtert, dass er plötzlich verschwindet, dann beobachtet er Lillian, sehr aufdringlich, schlägt eine Scheibe ihres Autos ein und bringt ihre Katze um. Lillian geht zu Sheriff Wingate. Aber der sagt, er könne ihr nicht helfen, das Gesetz habe keine Handhabe. Aber dann sagt er noch, sie solle zur alten Stuhlfabrik gehen und nach Whizzer fragen: "Sagen Sie ihm, ich hab Sie geschickt. Erzählen Sie ihm von Blackway. Und fragen Sie nach Scotty."

Die ehemalige Stuhlfabrik gehört Whizzer, der im Rollstuhl sitzt. Es ist nicht mehr viel zu tun, und so sitzen die Männer herum und erzählen sich Geschichten. Und wundern sich, als Lillian kommt und nach Whizzer und dann nach Scotty fragt. Und die Unterhaltung geht so:

"Kennen Sie Scott?", fragte die junge Frau. "Scott Cavanaugh?"
"Scotty?", sagte Whizzer. "Klar. Klar kennen wir den."
"Ich suche ihn", sagte die junge Frau. "Ist er hier?"
"Sie suchen Scotty?", sagte Whizzer.
"Man hat mir gesagt, ich könnte ihn hier finden", sagte die junge Frau.
"Wer hat Ihnen das gesagt?", fragte Coop.
Die junge Frau antwortete nicht ihm, sondern Whizzer. "Das hat mir der Sheriff gesagt", sagte sie.
"Wingate?", sagte Coop.
"Er hat gesagt, Scott Cavanaugh könnte mir vielleicht helfen."
"Tja, Scotty ist nicht da", sagte Coop.
"Er ist weggefahren", sagt D.B. "Nach White River."
"Er besucht da seinen Bruder", sagte Coop.
"Nicht seinen Bruder, sondern seinen Onkel", sagte D.B. "Dessen Tochter im Krankenhaus war. Das ist Scottys Onkel."
"Was ist denn mit der Kleinen?", fragte Conrad.
"Also ...", setzte die jungen Frau an.
"Ich dachte, das wäre sein Bruder", sagte Coop.
"Ist er aber nicht", sagte D.B.
"Leukämie", sagte Whizzer.
"Ach du Scheiße", sagte Conrad.

Scotty jedenfalls ist nicht da, kommt erst am Nachmittag wieder. Die Männer wissen bereits, dass sie wegen Blackway beim Sheriff war. Und dass sie Hilfe braucht. Statt Scott helfen ihr jetzt der alte Lester und der riesige Nate, Nate the Great, der etwas dumm scheint, aber keine Angst vor Blackway hat und sehr kräftig ist. Denn Blackway steht über dem Gesetz. Er nimmt sich, was er will. Er tut, was er will. Und niemand kommt ihm bei. Aber diesmal, da sind sich die Männer einig, ist er an die Falsche geraten.

Castle Freemans Buch "Männer mit Erfahrung" ist ein lakonischer Krimi oder Thriller oder moderner Western, die Geschichte, wie ein paar Männer und eine Frau das Recht in die eigene Hand nehmen, weil sich sonst niemand traut. Lakonisch ist sogar noch untertrieben, aber es gibt da keine Steigerungsform. Wer den Film "Fargo" von den Coen-Brüdern gesehen hat, kennt diese Art von vielsagender Schweigsamkeit. Und die Art von manchmal düsterer Einsamkeit, der die Menschen umweht. Und was passiert, wenn man einmal einen Schritt zu weit gegangen ist. Wie Blackway, der die falsche Frau bedroht, eine, die nicht wegläuft. Oder die drei, die ihn jagen, Lester, Nate und Lillian. Ein Schritt zu weit, und es gibt kein Zurück mehr. Deswegen holt Lester auch noch eine alte Schrotflinte, die er von seinem Onkel geerbt hat. Weil er weiß, wie es enden wird.

Zusammen fahren sie durch ein Land, das arm und trostlos ist, begegnen Menschen, die keine Perspektive mehr haben. Schlagen Blackways Freunde zusammen, damit sie ihnen nicht folgen können. Und als sie Blackway finden, in der einsamsten aller einsamen Gegenden mitten im Wald, kommt es zum Showdown und einem Hinterhalt, und Blackways Kopf rollt ein wenig von seinem Körper weg.

"Blackway hat nicht damit gerechnet, dass ein anderer genauso weit gehen würde wie er", sagt Lester. "Manchmal macht der übelste Kerl von der ganzen Gegend diesen Fehler, und das ist dann die Gelegenheit für den zweitübelsten."
"Und der zweitübelste sind Sie?", fragte Lillian.
"Jetzt nicht mehr", sagte Lester.

In zwei Erzählsträngen präsentiert Freeman das Leben der Armen in Vermont: Brillant schneidet er die Suche nach dem Bösewicht gegen die Plaudereien der Männer in der Fabrik. Erzählt nebenbei von der Hoffnungslosigkeit, von der Einsamkeit, von der Verständnislosigkeit der Neuzugezogenen wie Conrad, verheiratet mit Whizzers jüngerer Schwester, der bei allen Andeutungen nachfragen muss, weil er die Geschichten nicht kennt. Erzählt vom Niedergang des ländlichen Amerika, von den aufgegebenen Fabriken, von der alles beherrschenden Arbeitslosigkeit, den Drogen, der Korruption und der allgemeinen Verrohung. So wie das "Fort", das einmal eine Autowerkstatt war und jetzt eine Kneipe und ein Bordell ist: "Schlicht und effizient, eine Stätte der Herstellung und Wartung von Säufern".

Der schmale Roman wurde letztes Jahr mit Julia Stiles als Lillian, Anthony Hopkins als Lester und Ray Liotta als Blackway verfilmt.

Castle Freeman: Männer mit Erfahrung. Roman.
Übersetzt von Dirk van Gunsteren, Verlag Nagel & Kimche, 176 Seiten, 18,90 Euro

Donnerstag, 2. Juni 2016

Mein Meister sagt:

Je behinderter man aussieht, umso besser ist das Qigong.

Samstag, 21. Mai 2016

Literarischer Krimi? Pustekuchen. Michael Dibdin und Sardinien

Das soll ein literarischer Krimi sein? Wer ist denn auf diese Schnapsidee gekommen? Zwanzig Seiten hab ich's ausgehalten, dann hab ich das Buch entnervt zur Seite gelegt. Entweder ist es schlecht geschrieben oder schlecht übersetzt. Oder beides. Ich kann's nicht sagen.

Ein paar Beispiele dürften reichen:
"Mutter und Sohn warfen sich einen Blick quer durch den Raum zu, der von dem elektronisch konservierten Sonnenlicht eines Sommers, der nun seit mehr als drei Monaten vergangen war, beleuchtet wurde. Es war fast zwei Uhr morgens, und selbst in den Straßen von Rom herrschte Stille." Zum ersten Satz: Hä? Zum zweiten: "in den Straßen von Rom herrschte Stille"? In allen?

"Die Frau, die Zen das Leben geschenkt hatte, hätte jetzt genauso gut das Kind sein können, das er nie gehabt hatte, das von einem Albtraum aufgewacht war und getröstet werden wollte." Geht's noch umständlicher? (Der Held des Romans heißt Aurelio Zen...)

"Ihr Neid war so augenscheinlich wie ein schlecht sitzender Slip". Weio.

"Sämtliche Reserven von Burolo Costruzioni wurden auf dieses armselige Bauernhaus verwandt, das rasch bis zur Unkenntlichkeit verändert wurde." (Oscar Burolo und seine Baufirma "Burolo Costruzioni".) Was heißt denn "sämtliche Reserven"?Barulo war und blieb ein reicher Mann.

"Als sein Blick auf den großen Spiegel über dem Kamin fiel, blieb er stehen, als ob die Person, die er dort sah, möglicherweise den Schlüssel zu dem in Händen hielt, was ihn irritierte." Blick auf den Spiegel? Oder in? Ansonsten ist es von hinten durch die Brust ins Auge.

Dass der Erzähler Chauvi-Sprüche draufhat wie "Seine Frau war ... genau die umwerfende Rassefrau, die ..." und Oscars Frau war "inzwischen in dem Alter ..., in dem die Kleidung der Frauen eher der Kaschierung als der Zurschaustellung diente"... - geschenkt.

"Bis Zen am Fenster war, hatte es (das Auto unten auf der Straße) längst den Bereich der Straße verlassen, der durch die geschlossenen Läden sichtbar war." Also: Ich kann durch geschlossene Läden gar nichts sehen. Bin ja nicht Superman mit Röntgenblick.

Das war Seite 26. Da hab ich dann aufgehört zu lesen.

Michael Dibdin: Vendetta. Aurelio Zen ermittelt in Sardinien. (da ist es wieder: "in Sardinien"...) Unions Verlag

Freitag, 6. Mai 2016

Spaß an eigenwilligen Drehungen und intelligenten Scherzen. Gilbert Keith Chesterton begeistert in seinen Erzählungen mit einer paradoxen Verteidigung der Moral

"Wir brauchen mehr Diebstahl, Wohnungseinbrüche und Straßenräuberei", sagt der "ekstatische Dieb", "um die Möbel der Gesellschaft auszuwechseln und umzuarrangieren, um das Mobiliar beziehungsweise das bewegliche Hab und Gut neu zusammenzustellen". Und das macht er dann auch: Alan Nadoway bricht in drei Häuser ein, aber was er mitnimmt oder zurücklässt, wird nicht ganz klar. Dann verlegt er sich auf den Taschendiebstahl. Und auch da verhält er sich nicht so, wie es sich für einen Verbrecher gehört, und auch die "Beraubten" benehmen sich seltsam: Der erste, dem er die Hand in die Tasche steckt, verschwindet und ward nie wieder gesehen. Der zweite bemerkt, was passiert, schlägt dem "Taschendieb" auf den Kopf und geht in einen Pub, wo er seinen Freunden einen ausgibt. Der dritte, ein Musiker, hatte nach dem "Diebstahl" mehr Geld als vorher.

Chesterton

Der englische Autor Gilbert Keith Chesterton liebte das Paradox. So sehr, dass er sogar eine "Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer missachteter Dinge" schrieb. Auch in seinen Romanen geht es zwar logisch zu (immerhin sind es oft Kriminalgeschichten), aber nicht so, wie der normale Verstand will: Bei Chesterton geht es oft um die Ecke. So wie in seinen jetzt auf deutsch erschienen Stories "Vier verehrungswürdige Verbrecher", in der vier Männer ihre Geschichte erzählen: der "moderate Mörder", der "aufrichtige Quacksalber", der "ekstatische Dieb" und der "loyale Verräter". Und so wie der Dieb nur scheinbar ein Dieb ist, ist auch der Mörder keiner: Er schoss auf den Gouverneur, um ihn vor einem Mord und einem Staatsstreich zu bewahren und ihm durch die Verwundung die Zeit und die Gelegenheit zu geben, sich wieder auf die wahren moralischen Werte zu besinnen.) Und auch die anderen Verbrecher werden nur Verbrecher, um ein Verbrechen zu verhindern.

Die vier Erzählungen, lose durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten, sind in ihrer mäandernden Stringenz sehr pfiffig aufgebaut, die überraschenden Wendungen sind nicht vorhersehbar, und erst am Schluss wird das ganze Ausmaß der Täuschungen und Selbsttäuschungen sichtbar. Dabei sind Chestertons Personen sofort lebendig, sie sind fein und direkt gezeichnet, die Dialoge haben oft einen subtilen Humor, und die Atmosphäre wird in rhythmischen, bildhaften, bunten Worten wiedergegeben.

Die Vielschichtigkeit dieser zutiefst philosophischen Erzählungen und die theologischen Implikationen (denn in Chestertons Sinn tarnte sich auch Jesus als Verbrecher, um Gutes zu tun) muss man aber nicht bemerken, um seine Freude am Erfindungsreichtum, am Humor und der Phantasterei zu haben, seinen Spaß an den eigenwilligen Drehungen und intelligenten Scherzen und an den skurrilen Personen, wie Alan, der während eines Einbruchs überrascht wird und erst einmal über Chaucer und "die Tapferkeit der englischen Lady" redet. Über 100 Bücher hat Chesterton geschrieben, irgendwann wird es mal Zeit für eine Gesamtausgabe, damit man diesen Autor in seiner ganzen Fülle entdecken kann.

Gilbert Keith Chesterton: Vier verehrungswürdige Verbrecher. Übersetzt von Boris Greff und Matthias Marx. Verlag Andere Bibliothek. 348 S., 42 Euro

Donnerstag, 31. März 2016

Probleme mit Zettels Traum. Martin Schults Debütroman enttäuscht

Es war nie einfach, ein Teenager zu sein. Oder, als 12-Jähriger, fast einer, wie Paul. Schon gar nicht, wenn die Eltern dabei sind, sich zu trennen, weil der Vater, ein Frankfurter Friseur, sich nur für Fußball interessiert (immerhin hat er Jürgen Grabowski schon einmal die Haare geschnitten) und für ein dickes Buch, das sein Vater ihm vererbt hat: "Zettels Traum" von Arno Schmidt. 1334 Seiten im Großformat. Aus dem er immer wieder, halb murmelnd zitiert: "wer nich arbeitet, soll auch nich trinken; und=umgekehrt!" zum Beispiel.

Schult

Ständig gibt es Streit in der Familie, einmal prügeln sich die Eltern sogar, bis der Gummibaum auf Pauls Mutter fiel und sie in Ohnmacht. Da geht es um den Flokati, jenen dickfelligen Teppich der 70-er Jahre, der einmal in der Woche geputzt werden musste, und der Vater sich mal weigerte und einfach weiterlas. Und sie ihm das Buch aus der Hand riss und vom Balkon auf die Straße warf.

Martin Schult erzählt Pauls Geschichte, die 1974 spielt, dem Jahr, als die deutsche Fußballmannschaft zum zweiten Mal Weltmeister wurde. Seine Mutter macht manchmal geheimnisvolle Ausflüge mit dem linksradikalen Taxifahrer Bruder Kolja, seine Schwester spricht oft nur in Abkürzungen - die der Autor glücklicherweise in Anmerkungen auflöst. Sein bester Freund ist das Contergankind Boris, der beim Fußballspielen im Tor steht, und in seinem Haus wohnt außer der alten Frau Schellack noch Familie Bartoldy, dessen erwachsener Sohn alles sammelt, was die anderen Menschen verlieren, dokumentiert und katalogisiert und mit seiner Schildkröte spazierengeht - das größte Problem ist, dass er noch keinen Namen für sie gefunden hat.

Paul lebt mit im Fußball- und Arno-Schmidt-Fieber seines Vaters, verliebt sich in die Tochter des Pizzeriabesitzers, die dann auch noch in seine Klasse kommt, und als die Schüler über die Ferien ein Buch lesen sollen, entscheidet er sich für "Zettels Traum" - aber da er das nur heimlich machen kann, passieren ihm allerlei Missgeschicke, so zertrümmert er aus Versehen das Regal, auf dem das Buch ganz oben liegt, und den Fernsehapparat. Dann stirbt Frau Schellack, und Paul denkt, er sei schuld daran. Und als ihm alles zu viel wird, haut Paul ab, versteckt sich im Keller des Hauses und schreibt in ein Schulheft Briefe an seine Lehrerin. Dort wird er aus Versehen eingeschlossen und stirbt beinah.

Es gibt viele durchaus interessante Passagen, wie die Szene mit dem Regentanz, den Pauls Vater mit ihm auf dem Monte Scherbelino bei Frankfurt vorführt, damit die deutsche gegen die polnische Mannschaft gewinnen kann. Der Roman hat durchaus auch Witz, einmal gibt es sogar ein Schmidt-Zitat, ohne dass es ausgewiesen ist: "WIEH", sagt seine Schwester einmal: "Wie ich euch hasse", eine Anspielung auf ein Radioessay von Schmidt. Aber insgesamt ist der Roman eher uninspiriert und mit allzu vielen Einzelheiten versehen, die Geschichte mäandert hin und her, die Perspektive eines zwölfjährigen Ich-Erzählers und seine Sprache passen nicht zueinander, manche Einzelheiten stimmen nicht, und "Zettels Traum" spielt bei weitem nicht die Rolle, die der Untertitel glauben machen will.

Einige der Ungeschicklichkeiten, Ungenauigkeiten, falschen Töne: Paul versteht nicht, wer diese ominöse Wilma ist, von der sein Vater immer mal wieder redet, obwohl er doch weiß, dass sein Vater aus dem Buch zitiert. Paul redet seine Lehrerin in seinen Briefen manchmal mit "Hallo, Frau Ludwig" an - das gab es 1974 noch nicht. Paul ist zu klein, um an das oberste Regalbrett zu kommen, er muss hochklettern und schafft es nicht wieder herunter. Und er ist zu schwach, um das Buch herunterzuholen, aber er ist stark genug, den Sessel und den Schreibmaschinentisch seines Großvaters heimlich in den Keller zu schleppen. Als er selbst in "Zettels Traum" geblättert hat, fällt er für ein, zwei Seiten in einen Schmidtschen Pseudostil, wenn er den Taxifahrer reden lässt, schreibt er alles klein - man weiß nicht recht, was das soll. Als die Mutter "Zettels Traum" vom Balkon auf die Straße wirft, übersteht es unbeschadet den Fall, aber als es vom Regal fällt, ist es kaputt. Mitten im Text stehen Überschriften, die ein Zwölfjähriger in einem Brief an die Lehrerin wohl kaum schreiben würde - da hat sich der Autor beim Erzähler eingemischt.

Martin Schult: Flokati oder Mein Sommer mit Schmidt.
Roman.
Ullstein Verlag, 224 S., 18 Euro

Dienstag, 22. März 2016

Ein Liebeszauber für die Eltern. Emanuel Bergmanns Debütroman erzählt von den Tricks der Magie und den Wundern des Lebens

Joey aus der Klasse 4 A hat Max gewarnt: "Sie werden mit dir essen gehen und dich fragen, worauf du Lust hast", und Joey bat Max, nicht den gleichen Fehler wie er zu machen: "Ich hab gesagt: Pizza." Und dann sind sie zu Mickey's Pizza Palace gegangen und haben ihm beim Essen gesagt, dass sie sich scheiden lassen. Und seitdem mag Joey keine Pizza mehr.

Bergmann

"Max war überzeugt, dass seine Eltern so etwas niemals tun würden. Sie liebten ihn, sie liebten einander. Und das war's." Aber dann fragt sein Vater ihn, ob er mit ihnen essen gehen will: "Wo du willst". Und er sagt zum Erstaunen seiner Eltern: Sushi. "Es war ihm völlig egal, ob er jemals wieder rohen Fisch essen würde." Er isst Thunfisch, Schwertfisch und Seeigeleier, obwohl die nicht koscher sind. Und dann sagen ihm seine Eltern, "dass sie ihn sehr, sehr lieb hätten und dass sich für ihn absolut nichts verändern würde." Und er sagt sich immer und immer wieder: "Pizza, wenigstes Pizza bleibt mir noch". Immerhin, nun ist auch er ein Star in der Klasse, die Mädchen nehmen ihn in den Arm: "Von nun an war er ein Mann. Die Scheidung deiner Eltern, das wusste Max jetzt, war deine wahre Bar-Mizwa."

Als sein Vater dann auszieht, weil sich natürlich doch einiges veränderte, findet er eine alte Schallplatte von einem Zauberer, dem "Großen Zabbatini", auf der er mit schrägem Akzent am Schluss einen Liebeszauber verspricht. Dummerweise hat die Platte genau da einen Sprung. Max denkt, genau das bräuchte er: einen Liebeszauber, mit dem er seine Eltern wieder zusammenbringen könnte. Und so macht er sich auf den Weg, diesen Zauberer zu finden. Es passiert ein kleines Wunder: Er findet ihn in einem Altersheim. Aber der Große Zabbatini, alt und müde und verbittert geworden, will sich grade das Leben nehmen. Ist mürrisch, egoistisch und oft alkoholisiert.

Auf zwei Ebenen spielt der Debütroman von Emanuel Bergmann: Da ist die Geschichte des zehnjährigen Max Cohn, der unter der Trennung seiner Eltern leidet und jetzt auf die Magie hofft. Und die Geschichte von Mosche Goldenberg, der als 15-Jähriger von zu Hause wegrennt und sich einem Zirkus anschließt. In diesem Leben reiht sich Wunder an Wunder, schon seine Empfängnis war eines, denn sein Vater, Laibl Goldenhirsch, ein Rabbiner, war zu der Zeit im Krieg. Und seine Mutter Rifka musste in der Zeit ihren Nachbarn, den Schlosser Mosche trösten, dessen Frau ihn verlassen hatte. Laibl überlegte: "Was war es noch gleich, woran die Gojim glaubten? Was hatte die vermeintliche Jungfrau Maria zu ihrem Joseph gesagt?" Ein Wunder also, eine unbefleckte Empfängnis. Und nach vielem Überlegen entschloss sich auch Laibl, daran zu glauben. Immerhin war es ein Sohn, das einzige Kind.

Als Rifka ein paar Jahre danach stirbt, reißt Mosche Goldenberg aus. Mosche der Schlosser hatte ihn in den Zirkus mitgenommen, und Mosche erlebte dort das Wunder der Liebe, mit Julia, der Assistentin eines Zauberers. Denn, das nächste Wunder: Sie erhört ihn. Gemeinsam reisen sie durch Österreich und Deutschland, der Zauberer bringt ihm seine Zaubertricks bei. Dass er Jude ist, interessiert ihn nicht: „Wir sind hier beim Zirkus. Wir sind alle gleich. Im Theater ist jeder ein Edelmann Wir sind Künstler, und es gibt nichts Edleres als die Kunst.“ Und macht ihn, da es 1934 doch sicherer ist, zu einem Prinzen aus Persien. Denn, wie der Zauberer erklärt, die Nazis "halten sich für die Nachkommen der arischen Stämme. Aus Persien." Er nennt ihn Zabbatini: "Wie der Sabbat, nur mit einem 'ini' am Ende und einem 'Z' am Anfang. Nicht schlecht, was?"

Der Roman, der zwischen den dreißiger und vierziger Jahren in Berlin und 2007 in Los Angeles hin und her springt, erzählt auch das Wunder, wie Goldenberg die Nazizeit überlebt, wie er in Hannover dem Nazikommissar Erich Leitner durch seine übersinnlichen Fähigkeiten, die er vortäuscht, "hilft", einen Serienmörder zu finden, und wie er, berühmt geworden, einmal sogar Hitler trifft, der von ihm die Zukunft vorhergesagt haben will. Und er sagt: "Ihr Name wird niemals in Vergessenheit geraten, mein Führer."

Natürlich wird auch Mosche verraten. Wird nach Theresienstadt verschleppt, wo er dem Lagerkommandanten seine Zaubertricks verraten muss. Der war ein Fan von ihm und "sah sich gern in der Rolle eines Kunstmäzen", weil er so viele Künstler in seinem Lager hatte. Als Mosche ihm keine Tricks mehr beibringen kann, kommt er nach Auschwitz. Und da gelingt ihm der größte aller Tricks: Er rettet einem kleinen Mädchen durch einen Zaubertrick noch an der Rampe das Leben.

"Der Trick" ist voller humorvoller und düsterer Stellen, er ist manchmal grob und oft feinfühlig geschrieben, melancholisch und fast gänzlich frei von Kitsch. Er ist eine wunderbare Geschichte mit Tiefgang, originell, mit überraschenden Wendungen und anrührend, dabei immer gut lesbar und unterhaltsam - ein echter Diogenes-Roman. Und er schreit geradezu nach Verfilmung.

Emanuel Bergmann: Der Trick. Roman. Diogenes Verlag, 400 S., 22 Euro

Donnerstag, 17. März 2016

Mein Meister sagt:

"Der kleine Energiekreislauf ist wie Hula-hup, nur vertikal."

Samstag, 12. März 2016

Lauter erste Sätze.

"One night some twenty years ago, during a siege of mumps in our enormous family, my youngest sister, Franny, was moved, crib and all, into the ostensibly germ-free room I shared with my eldest brother, Seymour. I was fiftenn, Seymour was seventeen. Along about two in the morning, the new roommate's crying wakened me. I lay in a still, neutral position for a few minutes, listening to the racket till I heard, or felt, Seymour stir in the bed next to mine. In those days, we kept a flashlight on the night table between us, for emergencies that, as far as I remember, never arose. Seymour turned it on and got out of bed. "The bottle's on the stove, Mother said," I told him. "I gave it to her a little while ago," Seymour said. "She isn't hungry." He went over in the dark to the bookcase and beamed the flashlight slowly back and forth along the stacks. I sat up in bed. "What are you going to do?" I said. "I thought maybe I'd read something to her," Seymour said, and took down a book. "She's ten months old, for God's sake," I siad. "I know," Seymour said. "They have ears. They can hear."

Jerome D. Salinger, Raise High the Roof Beam, Carpenters

Er las ihr eine daoistische Geschichte vor, über Po Lu, der einem Herzog ein Pferd aussuchen sollte.

Freitag, 11. März 2016

Lauter erste Sätze.

"He sat, in defiance of municipal orders, astride the gun Zam Zammah on her brick platform opposite the old Ajaib-Gher - the Wonder House, as the natives call the Lahore Museum. Who hold Zam-Zammah, that 'fire-breathing dragon', hold the Punjab, for the great green-bronze piece is always first of the conqueror's loot.

There was some justification for Kim - he had kicked Lala Dinanath's boy off the trunnions - since the English held the Punjab and Kim was English. Though he was burned black as any native; though he spoke the vernacular by preference, and his mother-tongue in a clipped uncertain sing-song; though he consorted on terms of perfect equality with the small boys of the bazar; Kim was white - a poor white of the very poorest. The half-caste woman who looked after him (she smoked opium, and pretended to keep a second-hand furniture shop by the square where the cheap cabs wait) told the missionaries that she was Kim's mother's sister; but his mother had been nursemaid in a Colonel's family and had married Kimball O'Hara, a young colour- sergeant of the Mavericks, an Irish regiment. He afterwards took a post on the Sind, Punjab, and Delhi Railway, and his Regiment went home without him. The wife died of cholera in Ferozepore, and O'Hara fell to drink and loafing up and down the line with the keen-eyed three-year-old baby. Societies and chaplains, anxious for the child, tried to catch him, but O'Hara drifted away, till he came across the woman who took opium and learned the taste from her, and died as poor whites die in India."

Rudyard Kipling, Kim

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Ich dächte so:
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