Freitag, 6. April 2012

Aus der Reihe: Die beliebtesten Pressemitteilungen. Von Christiane Geldmacher

In der Nähe von Lübeck. Günter Grass & Familie feilen an einer Pressemitteilung.

Die Tochter (ächzt)
Der Sohn (ächzt)
Günter Grass (ächzt) (diktiert): Wie ist es - fangen wir an mit "Ich bin sehr verletzt?"
Die Tochter (ächzt)
Der Sohn (ächzt)
usw. usf.
:)

Samstag, 10. März 2012

Der Heilige Vater shuffelt. Von Christiane Geldmacher

(Morning Music)
Der Heilige Vater (in seiner Suite im Ritz-Carlton am Berliner Kurfürstendamm) (Ella-Fitzgerald in seinem MP-3-Player) (shuffelt)
Georg Gänswein (auf der Freisprechanlage): WO SIND SIE?! (dreht durch)
Der Heilige Vater (gickelt): Raten Sie! (shuffelt)
Georg Gänswein (Hand an der Stirn): Sagen Sie nicht, dass es was mit Coffeeshops zu tun hat!
Der Heilige Vater (klatscht in die Hände): Äh, doch!
Georg Gänswein (bekommt vom Leiter der Corporate Investigativo Agencia –CIA- des Vatikans ein das Zeichen, dass sie den Heiligen Vater downgetrackt haben)
Der Heilige Vater (legt auf) (shuffelt)
5 Minuten später, an der Rezeption des Ritz Carlton.
Der Heilige Vater (casually in Jeans und Hoodie, Riesensonnenbrille Modell „Jaqueline Kennedy“ auf der Nase) (zum Rezeptionisten, feierlich): Wo finde ich denn hier die nächsten Coffeeshops? (Weite Geste zum Kudamm raus) Hier müssen tausende sein.
Der Rezeptionist (irritiert, dass so eine zwielichtige Gestalt an seiner Theke auftaucht) Bitte?
Der Heilige Vater (kaut Kaugummi): Ha? Coffeeshops?
Der Rezeptionist (argwöhnisch): Kennen wir uns?
Der Heilige Vater (lacht): Ich Sie nicht, aber Sie mich vielleicht. Ist das WICHTIG? Also wo die Coffeeshop? (zu sich selbst) Mein Deutsch ist etwas eingerostet …
Der Rezeptionist (kennt die Stimme) (unverkennbar bayerischer Akzent) (legt die Stirn in Falten)
Der Heilige Vater (nicht dumm, zwei Oktaven tiefer): Links raus? Richtung Schloss Bellevue? Ist Horst … öh … ist der Seehofer da?
Der Rezeptionist (überfordert): Seehofer.
Der Heilige Vater (trommelt ungeduldig mit den Fingern auf die Theke): Na, der Interims-Präsident. Unser Staatsoberhaupt.
Der Rezeptionist (couldn´t care less) (hebt das klingelnde Telefon ab) Millionen Coffeeshops links raus, ja!
Der Heilige Vater (abschließend): Das haben die in ROM nicht. Coffeeshops. Nur BARS.
Der Rezeptionist (zieht … offen gesagt … eine Bar einem Coffeeshop vor) (Redeschwall Georg Gänsweins am Telefon)
Der Heilige Vater (shuffelt zum Hoteleingang raus)
Der Rezeptionist (hört zu, Augen weiten sich): Natürlich, Herr Gänswein … Keine Frage … Der Heilige Vater … (lacht nervös) … Den würde ich doch sofort erkennen … Er ist wirklich hier? … Na sowas … Ihn aufhalten? … Sicher … Er hat eine Coffeeshopfixierung? … O-kay … (lacht) … Den kriegen wir schon (winkt hektisch Sicherheitsleute herbei) …
Der Heilige Vater (shuffelt an einem frühlingshaften Samstagmorgen auf dem Kudamm Richtung Schloss Bellevue dem nächsten Coffeeshop entgegen)

Freitag, 2. März 2012

Christian und Bettina. Von Christiane Geldmacher

Christian und Bettina (feilen an einer Pressemitteilung)
Christian (schreibt): Also es tut mir leid …
Bettina (PR-Fachfrau, dezidiert): Es tut dir NICHT leid: Du hast die Integration in diesem Land auf die Agenda gesetzt.
Christian (mault): So fing unsere letzte Pressemitteilung auch schon an.
Bettina (informiert): Das ist IMMER unser Intro.
Christian (fade): Okay ... (schreibt)
Bettina (geht ihre Mails auf dem Laptop durch) (öffnet eine von Angela Merkel): Merkel schreibt, du sollst ihre Mails öffnen, sonst bringt sie dich um.
Christian: Schreib ihr, ich bringe sie ZUERST um. (schwenkt die Pressemitteilung) Wie geht’s weiter? Fangen wir damit an, dass wir verletzt sind von der Berichterstattung?
Bettina (nickt): Ja. Das kann nie schaden. Aber dann müssen wir den Bogen kriegen, dass wir an das Geld rankommen. TROTZ des Videos.
Christian (schreibt, fade): Meine Frau und ich, wir sind sehr verletzt von der Berichterstattung … ähm … und wir wollen an das Geld. (blumig) Jetzt und für immerdar.
Bettina (hat nicht zugehört): Und wir schützen damit … damit …
Christian (rät): … Deutschland …?
Bettina (schlägt ihn ungeduldig auf den Kopf): Die Kinder, Herrgott!
Christian (schreibt blumig): Gott schütze die Kinder!
Bettina (liest eine Mail von Volker Kauder mit Dringlichkeitsvermerk): 81 Prozent der Deutschen gönnt uns das Geld nicht.
Christian: Dummes Pack! Neid! Missgunst! Von wem ist die Mail? Den mach ich fertig!
Bettina (weiß, dass ihr Mann niemanden mehr fertig macht): Ich will das Geld.
Christian (nickt): Ich auch.
Bettina (ruft): Ich wünschte, es gäbe dieses Video nicht!
Christian (fühlt sich angegriffen): Ent-schul-di-gung, Missy!!!
Bettina (hasst Christian)
Christian (hasst zurück, zerreißt das Papier): Lassen wir das mit der Pressemitteilung! Rufen wir jemanden an!
Bettina (rollt mit den Augen): DU rufst niemanden an, Honey!!!
Christian (erinnert sich): O-kay ... Dann warten wir einfach mal ab … bis Montag? Irgendwann muss es sich doch mal legen.
Bettina (düster): Ich will das Geld.
Christian (nickt): Ich auch.

Freitag, 24. Februar 2012

Horst und Joseph. Von Christiane Geldmacher

Im Vatikan. In den Gemächern des Papstes.

Der Heilige Vater (düster): Seehofer nennt mich n i c h t „Heiliger Vater“.
Georg Gänswein (lächelt milde): Sondern?
Der Heilige Vater (düster): Joseph.
Georg Gänswein (lächelt milde)
Der Heilige Vater: Okay, vielleicht hätte ich das Telefongespräch nicht mit „Horst, hör mal …“ anfangen sollen.
Georg Gänswein (lächelt milde)
Der Heilige Vater (rät): Vielleicht hat e r auch erwartet, dass ich „Sehr geehrter Herr Bundespräsident“ sage.
Georg Gänswein (lächelt milde): Vielleicht. Und was hat er zu unserem eigentlichen Anliegen gesagt, dass wir ins Schloss Bellevue wollen?
Der Heilige Vater (düster): „Nerv mich nicht, Joseph“, hat er gesagt, „jetzt bin ich erstmal hier.“

Mittwoch, 22. Februar 2012

Joschka und der Vorsitzende. Von Christiane Geldmacher

Außerdem habe ich meine rotgrünen Dingerchen auch noch. Hier - 2005! Man vermisst den alten Brummbär richtig! :)

Joschka Fischer vor dem Visa-Untersuchungssausschuss
Berlin. Joschka Fischer redet seit zweieinviertel Stunden über die Visa-Praxis des Auswärtigen Amts - und hat noch nicht mal die Spitze des Eisbergs abgetragen.

Alle (hängen in den Seilen) (hassen Joschka Fischer)
Der Vorsitzende Hans Peter Uhl (CSU) (argwöhnisch): Wie lange brauchen Sie denn noch, Herr Außenminister?
Joschka Fischer (gereizt): Bis ich DURCH bin.
Der Vorsitzende (Lust auf Mittagstisch): Nur so ungefähr, hm?
Joschka Fischer (zehrt von Reserven): Ich hab das hier (deutet auf seinen Papierberg) nicht meiner Frau ZUR PROBE VORGELESEN. ICH WEISS ES NICHT!
Der Vorsitzende (flötet): Schon gut, Herr Außenminister. Alles super … wir halten aus.
Joschka Fischer: Ich hab mich VORBEREITET und das arbeiten wir jetzt alle AB.
Der Vorsitzende (ächzt): Genau!
Joschka Fischer: Sie wollten es ja wissen.
Der Vorsitzende (bereut, Joschka, vor den Ausschuss geladen zu haben)Joschka
Joschka Fischer (aus dem Konzept gebracht): In welchem Jahr war ich angekommen?
Der Vorsitzende (launig): 1946, als Ihre Eltern nach Deutschland umgesiedelt sind?
Joschka Fischer (schlägt auf den Tisch): Das ist UNERHÖRT! Ich verbitte mir solche Anmaßungen …
Der Vorsitzende (lacht) (hustet): Entschuldigung, Herr Außenminister! Es war nicht so gemeint … (lacht) (hustet) … Wir waren bei 1999 …
Joschka Fischer (grummelt, nimmt das nächste Fünftel seiner Unterlagen vor sich)
Alle (hassen Joschka)

Benedikt und Georg Gänswein, Teil 2. Von Christiane Geldmacher

Im Vatikan. Ein neuer Coffeeshop hat seine Pforten geöffnet.
Der Heilige Vater (lächelt höflich) (schaut sich um)
Georg Gänswein (bestellt enthusiastisch einen Coffee Frappuccino blended beverage für sich und einen Espresso con panna für den Heiligen Vater)
Der Schweizergardist, der sich als Starbuck-Angestellter verkleidet hat: Subito, Signor Gänswein! (mixt)
Der Heilige Vater (lächelt höflich)
Georg Gänswein (reibt sich die Hände)
Der Heilige Vater (betrachtet die Gäste: Schweizergardisten, die als Backpacker und gutbürgerliche ältere Herrschaften verkleidet sind)
Georg Gänswein (nimmt die Getränke entgegen): T o l l, oder?
Der Heilige Vater (ätzt): Ja, toll. Der erste Italiener, der das hier sieht, reißt uns den Kopf ab.
Georg Gänswein (zuversichtlich): Aber hier sieht uns ja keiner.
Der Heilige Vater (wirft die Arme hoch): Weil ich in den Verliesen des Vatikans sitze in einem Coffeeshop ohne Tageslicht. Das ist bizarr! MEIN PLAN war, dass ich schön am Fenster sitze und das Straßenleben beobachte …
Georg Gänswein (rollt mit den Augen): Sie am Fenster! Irrwitzige Idee!
Die Schweizergardisten (klappern mit den Zähnen)
Der Heilige Vater (stöhnt): Bestellen Sie doch für diese Leute mal was Wärmeres zum Anziehen!
Georg Gänswein (simst)
Der Heilige Vater (definitiv): Ich will IMMER NOCH nach Berlin. Das mit dem Gauck ist doch noch nicht DURCH. Der Mann ist überhaupt nicht verheiratet! Was sagt denn SEEHOFER?
Georg Gänswein: Seehofer! (prustet) Da redet der Richtige!
Der Heilige Vater (verschränkt die Arme): Das hier ist jedenfalls noch keine Lösung.
Georg Gänswein (nippt an seinem Frappuccino blended beverage)
Der Heilige Vater (störrisch): Berlin ist die Lösung.
Georg Gänswein (ungeduldig): Boah ey …!
Der Heilige Vater: Genau! Boah ey! Es war ja eine LIEBE Idee, Georg. Aber ich will nach Bellevue … (träumt)

Mit Genehmigung von CG. Danke!

Benedikt und Georg Gänswein. Von Christiane Geldmacher

Anwesend: Der Heilige Vater und Georg Gänswein. Georg Gänswein (feilt an einer Pressemitteilung)
Der Heilige Vater (träumt): Ich würde so gern mal in einen Starbucks. Echt jetzt.
Georg Gänswein (lächelt, schreibt)
Der Heilige Vater (lächelt auch): Solche Coffeeshops sind wirklich nett! Mah holt sich einen Kaffee und dann hat man seine Ruhe … internationales, angenehmes Publikum … Weitgereist … (lockt) ... Ins Netz kann man auch ...
Georg Gänswein (kopiert eine Pressemitteilung in eine Mail und verschickt sie an die Öffentlichkeitsarbeit)
Der Heilige Vater (betrachtet seine roten Schühchen): Wenn ich eine Wollmütze aufsetze, erkennt mich doch keiner …
Georg Gänswein (126 745 Sachen im Kopf) (gießt beiden Tee nach)
Der Heilige Vater (träumt): Manchmal, Georg, wäre ich gern freier … ich fühle mich oft … (enthüllt) … wie in einem goldenen Käfig!
Georg Gänswein (simst diskret) (benennt 22 Kardinäle)
Der Heilige Vater (setzt sich angeregt auf) (intensiv): Sie spielen da so schön Jazzmusik!
Georg Gänswein (nickt freundlich, simst weiter)
Der Heilige Vater (springt auf und eilt zu seinem Plattenspieler): Ich entdecke den Jazz gerade für mich … (legt Ella Fitzgerald auf) … wunderbare Künstler …
Ella Fitzgerald (singt): Bei mir bist du schön …!
Der Heilige Vater: (wiegt sich in der Hüfte, shuffelt)
Georg Gänswein (bringt auf den Weg, entscheidet, lehnt ab)
Der Heilige Vater (wieder zurück im Sessel): Jedenfalls … ich habe mir überlegt, ob wir nicht nach Berlin gehen sollen … (swingt im Stuhl)
Georg Gänswein (überrascht diese Idee nicht)
Der Heilige Vater (elaboriert): Die mögen mich da doch … ein neuer Erzbischof … ein Haufen Coffeeshops … (lacht) …. Aber mal im Ernst … die sind viel zu säkularisiert … da hört man nie eine Kirchenglocke … die Kirchen im Westen sind kaputt, die im Osten gesprengt …. Die Gemeinden meistens evangelisch …. GROSSE Problem …
Georg Gänswein (bestellt frischen Tee und einen Apfel für den Heiligen Vater)
Der Heilige Vater: …. Das ist eine echte Missionsaufgabe … Deutschland … riesige Wirtschaftsmacht … ich werde da viel mehr gebraucht als in Rom … und bevor … (hebt den Finger) … Margot KÄSSMANN … (visualisiert Margot Kässmann in Schloss Bellevue) (wird ganz anders) … also WIRKLICH NICHT.
Georg Gänswein (lächelt freundlich) (googelt Starbucks, kopiert die URL in eine Mail an die Bauhütte des Vatikans)
Der Heilige Vater: … und nachts mache ich mich dann ab. Also … (lacht und schlägt Georg Gänswein begütigend auf den Arm) … ich meine, ich gehe in einen Coffeeshop. Mehr will ich gar nicht! Ein Coffeeshop, und ich bin glücklich! Moto felice! So NORMAL…!
Ella Fitzgerald (singt): It´s wonderful … it´s marvellous …
Der Heilige Vater (shuffelt)
Georg Gänswein (nimmt den Tee und die Apfelschnitze entgegen, träufelt eine Einschlafhilfe in den Tee des Heiligen Vaters)
Der Heilige Vater (swingt durch den Raum, kommt den Einrichtungsgegenständen gefährlich nahe)
Georg Gänswein (stellt das Tablett auf den Nachtschrank neben dem Bett)
Der Heilige Vater (steppt an ihm vorbei): Ist es schon Bettzeit?
Georg Gänswein (126 745 Sachen im Kopf) (feierlich) (kein Spielraum): Ja!
Der Heilige Vater (fröhlich): Va bene! Mir soll es recht sein! Es war ein langer Tag! Aber das behalten wir mal im Kopf, ja, Georg? Berlin!!! Schloss Bellevue!!! … Bestimmt ein Haufen Coffeeshops in der Umgebung! Das ist der A u s g a n g s p u n k t meiner Überlegungen!
Georg Gänswein (nickt weihevoll, hilft dem Heiligen Vater in den Schlafrock))
Der Heilige Vater (im Bett) (greift nach dem Tee und den Apfelschnitzen) (shuffelt)
Georg Gänswein (wartet geduldig, Blick an die Decke)
Der Heilige Vater (shuffelt) Wir reden mit Seehofer, nicht mit Merkel. Die bringt mich noch um den Verstand mit ihrer wissenschaftlichen Sichtweise! (verächtlich) PHYSIK! Wo kommen wir da hin … (gibt langsam der Schwerkraft nach) (wird schläfrig)
Georg Gänswein (geht zum Plattenspieler und verbannt Ella Fitzgerald in den Schrank)
Der Heilige Vater (nickt ein)
Georg Gänswein: (mailt der Bauhütte des Vatikans, dass sie wegen einem Coffeeshop mit begrenzter Teilnehmerzahl bei ihm vorsprechen sollen. SUBITO!)

Mit Genehmigung von CG. Danke!

Karl Theodor und Steffi. Von Christiane Geldmacher

Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg (kurz Karl Theodor) und Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg (kurz Steffi) in Greenwich, Connecticut (feilen an einer Pressemitteilung)
Karl Theodor (abschließend): Also gut. PROBIEREN wir es.
Steffi (nickt): Wir werden hier ja auf Dauer verrückt.
Karl Theodor: Aber nicht, dass das als Leichenfledderei rüberkommt … Vor allem, weil ja der Christian und die Bettina … (schaut auf die Uhr) … in einer Stunde am Flughafen sind.
Steffi (fegt das vom Tisch): Passt schon.
Karl Theodor: Und wie verfaxen wir das jetzt? (zeigt auf die Pressemitteilung)
Steffi (stöhnt): Wir vermailen es. Internet, you know.
Karl Theodor (kramt in seiner Hosentasche): Okay … sounds reasonable. Und ich rufe jetzt also AN. Jo. DU glaubst, dass das funktioniert, also funktionierts …
Steffi (mailt die Pressemitteilung)
Karl Theodor (erklärt): Weil wir brauchen ja Unterstützung ... sonst klappts nicht (läuft auf und ab) (nickt in den Spiegel) (reibt sich die Hände)
Steffi (legt einen gróßzügigen Verteiler an) (argumentiert): Will doch keiner den Job! Alle sagen ab. Die FREUEN sich, wenn wirs machen!
Karl Theodor (strafft sich): Are you sure, darling ... Na dann … (wählt eine geheime Privatnummer) (wartet nervös)
Angela (hebt eigentlich keine unterdrückten Nummern ab, ist aber von einer abenteuerlichen These Philipp Röslers abgelenkt) (bellt ins Handy): JA?!?
Karl Theodor (unterwürfig): Frau Merkel? Angela? Hier ist Karl Theodor zu Guttenberg! Ich rufe an, weil ...
Angela (stöhnt, Blick zum Himmel): Alle Freaks der Welt rufen heute MICH an!
Karl Theodor (halt den Hörer fragend weg) (irritiert) (nimmt den Hörer wieder zum Ohr, neuer Anfang): Ähm … also it´s me … Karl Theodor … formerly known as your Verteidigungsminister …
Horst Seehofer (rät weise): Leg auf, Angela!
Angela (spuckt) (fasst es nicht)
Karl Theodor (tapfer):… Habe ich gehört von die tragische Entwicklung in Germany und von die neuen Vacancies in Schloss Bellevue, so I asked myself, hey why not ... maybe I should contact dear Angela! And ask, ob ich gebraucht werde! (lacht)
Angela (spuckt) (lacht nicht)
Horst Seeehofer (rät): Leg auf, Angela!
Karl Thedor (elaboriert seine Idee): … könnte ich gleich das Akzent setzen, das die Christian und das Bettina vergessen haben … ich dachte an … (hilfesuchender Blick zu Steffi)
Steffi (schnell): Internet!
Karl Theodor: Probably the Internet, Angela! This hatte eine huge impact auf das arabische Revolution und … und … und … (verliert den Faden, hilfesuchender Blick zu Steffi)
Steffi (weiß gerade auch nicht so genau)
Angela (hyperventiliert): Erst der FISCHER, dann der SCHARPING, dann die HUNZIKER und jetzt DER NOCH!!! (kollabiert)
Horst Seehofer (bestellt ein Sauerstoffzelt unter 110) (hängt Karl Theodor wortlos ab)
Karl Theodor (blickt fragend auf den tutenden Hörer)

Mit Genehmigung von CG. Danke!

Christian und Bettina. Von Christiane Geldmacher

Christian und Bettina (feilen an einer Pressemitteilung)
Christian (schreibt): Also es tut mir leid …
Bettina (PR-Fachfrau, dezidiert): Es tut dir NICHT leid: Du hast die Integration in diesem Land auf die Agenda gesetzt, schreib das.
Christian (überrascht): Hab ich?
Bettina (informiert): Das war unsere Herzensangelegenheit.
Christian (schlägt mit der Faust auf den Tisch): Dann schreiben wir das auch hin. Wer sind wir denn! (schreibt)
Bettina: Und versuch, das mal ein bisschen leidenschaftlicher zu sagen als sonst. DAs mit den Herzensangelegenheiten. Du leierst immer so.
Christian: Gut. (unterstreicht "Herzensangelegenheiten")
Bettina: Das mailen wir auch der Merkel rüber, sonst sagt die nur „Ich wünsche den beiden noch ein schönes Leben.“
Christian (nickt): Das kriegt die fertig. (lacht bitter auf) Und was noch?
Bettina: Wir sind verletzt …
Christian (schreibt) … verletzt … okay ... hab ich ... wovon?
Bettina (keift): Von der Scheißbildzeitung.
Christian (knatschig): Das letzte Mal, als du mir Tips wegen der Bildzeitung gegeben hast und ich bei denen angerufen habe, gab es erst richtig Ärger …
Bettina (hört nicht auf ihn) (dichtet weiter): Wir haben uns immer korrekt verhalten …
Christian (überrascht): … Haben wir?
Bettina (PR-Fachfrau): Ja, Herrgott. (überlegt) Und dann noch irgendwas von den Kindern.
Christian (schreibt): … Gute Kinder …
Bettina (flippt aus) (streicht durch): … Und wir wünschen allen eine gute Zukunft.
Christian (überrascht): Tun wir?
Bettina (rollt mit den Augen)
Christian (erkundigt sich): Auch der Bildzeitung?
Bettina (herrscht an): JA!
Christian (schreibt) … auch der Bildzeitung …
Bettina und Christian (Gerangel über dem Papier, letzter Satz wieder durchgestrichen) (Dann: Schweigen) Schließlich:
Christian (blickt nach vorn): Jedenfalls muss ich mir jetzt nicht mehr anhören, dass ich ein Langweiler und du so schön bist.
Bettina (hämmert ein): Und vergiss nicht, das Wort „Herzensangelegenheiten“ zu betonen.
Christian: Und dieser Joop kommt mir nicht mehr ins Haus.
Bettina (knurrt): Häuschen.

Mit Erlaubnis von C.G. Danke!

Hier kommen jetzt gleich

ein paar Gastbeiträge von An...äh... Christiane Geldmacher, einer jungen, äh, junggebliebenen, nein Quatsch, mal im Ernst. Christiane hat mindestens ein wunderbares Talent, das sind ihre Dialoge. Leider hat sie ihren Blog aufgegeben und schreibt nur noch bei Facebook (und natürlich ihre wunderbaren Krimigeschichten und -romane). Glücklicherweise erlaubte sie mir, ihre Dialoge auch in meinen Blog zu stellen. Damit es nicht, wie bei Facebook, untergeht. Danke, Chrissie!

Sonntag, 12. Februar 2012

Ein passendes Lied

zum Wetter kann man hier hören: http://www.youtube.com/watch?v=g7ESonXLbkk

Freitag, 10. Februar 2012

Die NOZ,

die wir Osnabrücker damals öfters KOZ nannten, lobt Berts Roman. Da ich komischerweise hier nicht mehr verlinken kann, muss ich den Link hier hintansetzen. Und den Hauptsatz, mit dem Anne Reinert die Wertung zusammenfasst:

"Strebe, der als freier Schriftsteller in einem Dorf zwischen Hannover und Bremen lebt, ist mit „Gethsemane“ ein guter Entwicklungsroman gelungen. Es ist sein erster Roman, den er veröffentlicht. Es werden hoffentlich andere folgen."

Ja, es werden bestimmt andere folgen.

Hier der ganze Artikel: http://www.noz.de/deutschland-und-welt/kultur/buecher/60734294/weg-von-der-welt

Montag, 30. Januar 2012

Mein Meister sagt,

auf die Bemerkung: "Diese Bewegung fühlt sich ja komisch an", nur ganz trocken: "Das ist Taiji."

Montag, 23. Januar 2012

Wer mehr über Bert

wissen will, kann seit Neuestem auch bei Wikipedia nachschlagen. Genauer gesagt, seit seinem Geburtstag, mit dem er mich mal wieder eingeholt hat. Einfach nach "Bert Strebe" suchen.

Dienstag, 10. Januar 2012

"Suchst du dein Dach?"

Die Frage hört man selten. Hören möchten möchte man sie gar nicht. Allein die Vorstellung? Aber es ist dann doch nicht so schlimm. War nur das Dach des Tomatenhäuschens...

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Giorgione - 19. Dez, 00:02
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Bert (Gast) - 12. Dez, 22:30
stimmt,
da hört der Spaß auf. Also entweder Scheidung...
Kle (Gast) - 7. Dez, 19:49
Aber wie
soll ich dann mit ihr flirten, wenn ich nicht weiß,...
Giorgione - 7. Dez, 08:51

Lesebefehl (-empfehlung)

A.L. Kennedy: Was wird Wagenbach Verlag --------------------------------------------- Shaun Tan: Die Fundsache. Carlsen Verlag --------------------------------------------- Christian Geißler: Wird Zeit, dass wir leben. Rotbuch Verlag. vergriffen --------------------------------------------- Yijing. Übers. von Gia Fu Feng. Theseus Verlag. vergriffen

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