Noch mal Montaigne:
"Bei meinen Untersuchungen unserer Beweggründe und Verhaltensweisen sind mir jedenfalls die erdichteten Zeugnisse, soweit sie möglich scheinen, ebenso dienlich wie die wahren. Geschehen oder nicht, in Paris oder Rom, dem Hinz oder Kunz - stets zeigen sie mir, wozu Menschen fähig sind, und das zu wissen, ist mir nützlich: Ich sehe mir jedes Beispiel an und ziehe hieraus, ob Wirklichkeit oder deren Schatten, meinen Gewinn; und von den verschiedenen Lesarten, die solche Geschichten oft bieten, bediene ich mich der jeweils ungewöhnlichsten und denkwürdigsten."
Seine Essays sind wunderschöne Beispiele von klugen, selbstkritischen, stilistisch brillanten, tastenden, persönlichen Versuchen über sich selbst, über die Welt, über Gott, über die eigenen Vorurteile, über die Gefühle. Über alles. Sehr zu empfehlen. Nicht so sehr die uralte Übersetzung von Johann Daniel Tietz, die es bei Diogenes gibt. Auch nicht die neue und m.E. zu Unrecht so in den Himmel gelobte von Hans Stilett (grausiges Pseudonym übrigens), sondern am schönsten und sensibelsten von Matthias Greffrath. Ich glaube, die kommt demnächst wieder neu raus, sonst sollte man sie antiquarisch suchen. Leider sind sie nicht vollständig, sondern nur eine winzige Auswahl. (Da hat Diogenes aber mal wieder gepennt.)
Am besten, man lernt Französisch und liest Montaigne im Original. So wie Jorge Luis Borges Deutsch gelernt hat, um Schopenhauer lesen zu können. Tja.
Seine Essays sind wunderschöne Beispiele von klugen, selbstkritischen, stilistisch brillanten, tastenden, persönlichen Versuchen über sich selbst, über die Welt, über Gott, über die eigenen Vorurteile, über die Gefühle. Über alles. Sehr zu empfehlen. Nicht so sehr die uralte Übersetzung von Johann Daniel Tietz, die es bei Diogenes gibt. Auch nicht die neue und m.E. zu Unrecht so in den Himmel gelobte von Hans Stilett (grausiges Pseudonym übrigens), sondern am schönsten und sensibelsten von Matthias Greffrath. Ich glaube, die kommt demnächst wieder neu raus, sonst sollte man sie antiquarisch suchen. Leider sind sie nicht vollständig, sondern nur eine winzige Auswahl. (Da hat Diogenes aber mal wieder gepennt.)
Am besten, man lernt Französisch und liest Montaigne im Original. So wie Jorge Luis Borges Deutsch gelernt hat, um Schopenhauer lesen zu können. Tja.
Giorgione - 4. Jun, 22:58