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Mittwoch, 14. Juni 2006

1 Harry, 2 Juden, 1 Düsseldorfer -

waren als Kandidaten zu haben, und wer kriegt den Heine-Preis nicht: Peter Handke. (Die anderen waren Harry Rowohlt, Marcel Reich-Ranicki, Amos Oz und Dieter Forte). Nachzulesen in der bärigen Kolumne von Harry Rowohlt in der ZEIT. Mitgeteilt von Anobella.
Äh: (Gerade erfahre ich, daß meine liebe Freundin Irene Dische ebenfalls Kandidatin war. Die wäre die Allerwürdigste gewesen, ist sie doch, wie Harry Heine, katholisch und, wie Harry Heine, eine Frau.) schreibt Harry R. noch hintendran.

Und dann hat die Jury auch noch zugegeben, ja zugegeben, dass sie die Statuten gar nicht gelesen haben! Als Stadtrat würde ich mir zumindest die Unkosten in doppelter Höhe rückerstatten lassen und sie serbischen, bosnischen und sonstigen Waisen spenden.

Herr, lass Sommerloch werden!

Heute ist der

Ich-mach-Werbung-für-den-Linderblog-Tag, höre ich gerade. Also: Besucht seinen Blog! Alle! Gleich! Ist nämlich abseitig, anregend, findig und sehr gut.

Gefunden: Eine etwas angestaubte Krimidiskussion,

die leider immer noch nicht zu Ende geführt wurde. Höchstens heimlich, mit einigen schönen Ergebnissen. Wie dem Krimi-Jahrbuch, in dem Thomas Wörtche seine Ansätze ausformuliert hat. Oder dem Bemühen, Astrid Paprottas hohe Kunst zu würdigen. Und dann die anderen. Wobei man sieht, was das Krimi-Jahrbuch bedeuten kann.

Im "Angestaubt"-Blog u.a. die Klage:

TW schreibt: “Vor allem, da zunehmend Vergleichsmöglichkeiten fehlen wg. Unkenntnis und irgendwo der scheindemokratische “Konsens” aufgekommen ist, jede Meinung sei “gleichviel” wert. Das freut “den Markt”.”

Zustimmung von meiner Seite, nur, wo sind die Leute die die Kenntnis haben, eine “gewichtige” Meinung begründen und vertreten können? Es gibt nicht so viele und diese Stimmen gehen, leider, leider, im Gebrabbel einer Frau Wolff oder einer Frau Chaplet unter. Wenn Leute wie Ulrich Baron oder wie Kolja Mensing dumme Schafsromane im Feuilleton bejubeln, dann bekomme ich Kopfschmerzen. Leider keine Ausnahmen. Wo findet denn fundierte Krimikritik und -analyse statt? Ich will nichts klein reden, ich freue mich über jeden vernünftigen und streitbaren Text und jeden Kritiker/Autor/Laien, der solche Texte schreiben kann - es gibt nur nicht so viele oder sie haben keine Plattform. Dazu kommt die Denkfaulheit und das in den Köpfen vorhandene Urteil, Krimis haben bitte nichts anderes als Unterhaltung zu sein - oder sie sind gleich “literarische Krimis”.

Wieso eigentlich gibt es keine ordentliche Kriminalliteraturwissenschaft? Gibt es mehr als ein paar Ansätze? Bitte melden! Auch die Ansätze.

Wie schön,

dass ich nicht der einzige bin. In der FAZ schrieb Michael Eder etwas über WM-Muffel:
Darf man schreiben, daß einem unser neuer Fußball-Nationalstolz unheimlich auf die Nerven geht, und das nicht nur, weil er von einem in Kalifornien ansässigen Schwaben ausgerufen wurde (und wir Badener sind).

Recht so.
Danke, Jon.

Hier hängen nämlich auch an alle Autos Deutschlandflaggen. Als wenn es jetzt bald Krieg gäbe.

Anobella empfahl,

leider zu spät, "Gehen", von Thomas Bernhard. Ja, das hättest du mir vorher sagen müssen. So habe ich, auch um den Sommer herauszulocken, "Indische Geschichten" von Rudyard Kipling gelesen, passte zum Wetter. Und immer wieder staunte ich, wie genau und gefühlvoll Kipling schrieb. Wie wenig er die Gefühle aussprechen musste, weil er sie erzählen konnte. Das ist höchste Kunst. Nicht: "der Urgrund dessen, was". Sondern Beziehungen und Innenleben so beschreiben, dass man sie sieht und fühlt. Die Begegnungen zwischen einem Weißen und dem Kind eines Bediensteten, das im Garten spielt und dann plötzlich stirbt. Oder die Liebe zwischen einem Weißen und einer indischen Muslima. Da fühlt und trauert man mit den Personen, als wenn es Freunde von einem wären und liest außerdem die ganze Kolonialgeschichte gleich mit, das schwierige Verhältnis zwischen niedrigen Kolonialbeamten und Indern, das Problem der guten Engländer, die irgendwie spüren, dass sie doch nicht die Träger der Kultur sind und die Inder zivilisiert werden müssen. Und die noch nicht die Konsequenz daraus ziehen können.

Jedem wärmstens zu empfehlen (Manesse Verlag).

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A.L. Kennedy: Was wird Wagenbach Verlag --------------------------------------------- Shaun Tan: Die Fundsache. Carlsen Verlag --------------------------------------------- Brigitte Kronauer: Zwei schwarze Jäger. Verlag Klett-Cotta --------------------------------------------- Loisel / Tripp: Das Nest. Carlsen Verlag --------------------------------------------- Christian Geißler: Wird Zeit, dass wir leben. Rotbuch Verlag. vergriffen --------------------------------------------- Yijing. Theseus Verlag. vergriffen Hat jemand ein Exemplar für mich?

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