von der
Stadtlichter Presse aus Berlin. Darin: "Schildkröteninsel" von Gary Snyder und, kleine Sensation: "Gefahr auf den Gipfeln", neue Gedichte von Snyder. Alles schön zweisprachig, wie sich das gehört bei Gedichten. Und von Joanne Kyger "Detektivgeschichten der Leidenschaft". Wahrscheinlich kein Krimi. Aber das weiß man bei Stadtlicher und bei Joanne Kyger nie so genau.
Und: Stadtlichter ist nach
City Lights benannt. Genau.
Giorgione - 27. Jun, 23:35
dpr beginnt sein erstes kritisches Heft zu formulieren. Ein allererstes Häppchen (leider ohne Begleitzeichnung von Raphael Wünsch) ist
hier zu besichtigen. Klingt schon mal ganz schön. Sollte er unbedingt weiterverfolgen, weiter formulieren, weiter treiben. Und ich muss mir jetzt erst mal die Paprottas besorgen und sie lesen.
Giorgione - 27. Jun, 23:33
Ein Klotz von einem Buch: über 630 dicke schwere bildhaftige, bildhafte Seiten. Da muss man sich erst mal durcharbeiten: Andreas Beyer (Hrsg.): Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, Band 6 - Klassik und Romantik. dtv/Prestel Verlag, München 2006, 640 Seiten (Dank an Frau Heinrich).
Es ist der erste von acht Bänden, die bei Prestel und dtv erscheinen, hochambitioniert. Mit einem Grundsatzartikel, danach Architektur, Skulptur, Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, netterweise auch das oft vernachlässigte Kunsthandwerk, ein intensiver, zusammenfassender einleitender Essay mit vielen, vielen Bildern im Katalogteil, seitenweise Literaturangaben und, ganz besonders schön: ein Teil mit Rezensionen der wichtigsten zeitgenössischen Bücher zum Thema. Flott und meinungsfreudig, gut geschrieben und auf den Punkt serviert.
Die Herausgeber verstehen dabei das Bild Goethes von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein 1787 als Schlüsselbild. Der Dichter liegt in Italien vor den Epochen des des Altertums und erfindet die "Weimarer Klassik". Johann Joachim Winckelmann verherrlicht die vollkommenen Harmonie und Schönheit des antiken Griechenlands, ein Missverständnis mit weitreichenden Folgen. Und dann kam die Romantik, die wieder alles anders machen wollte. "Zwei Enden einer Epoche", nennt Andreas Beyer diese Zeit.
Und was ist daran deutsch in einer Zeit, die vor allem europäisch dachte, griechisch-französisch-italienisch-deutsch?
"Die nachweislich folgenreiche europäische Beeinflussung der deutschen Literatur- und Kunsttheorie des 18. Jahrhunderts durch Frankreich und England hat die deutsche Klassik als ein Fiktionsgebäude einer ideologischen, von nationalpolitischen Identifikationsbedürfnissen geleiteten Geschichtsschreibung erkennen lassen, das heute nicht mehr taugt, die vielschichtige und widersprüchliche Konstellation um 1800 historisch zu beschreiben. In der Kunstgeschichte hat das glücklicherweise weniger Platz genommen. Zu offensichtlich und ganz unübersehbar sind die formalen Anleihen, als dass sich von einer spezifisch deutschen Malerei sprechen ließe. Wie deutsch ist ein Jakob Philipp Hackert, der schon mit seinem Erstlingswerk in Rügen bereits die internationale, antikisch inspirierte Klassik einführt?"
Viele Fragen, viele Antworten, viele Ideen, viele Bilder, viele Meinungen. Kein Abschlussbericht, kein "Wir wissen es!"-Auftrumpfen, sondern eine wunderbare, mehrwöchige Lesezeit, Sammelzeit, Nachdenkzeit, Bildergenießzeit, Abwägzeit für uns.
Giorgione - 27. Jun, 10:09
getrau nach dem Motto
»Computer, what is the mist I’m seeing?« (»Computer, was ist das für ein Mist, den
ich da sehe?«) von Dr. Beverly Crusher. Unter anderem Übersetzungen von
Filmtiteln und
Phrasen wie
Die Handlung ist schnell erzählt.
Giorgione - 27. Jun, 10:03
ist
immer noch Bottini auf Platz 1. Die Juroren lesen anscheinend meinen
Verriss nicht. Verstehe ich nicht.
Giorgione - 27. Jun, 09:09
Ein intelligenter feinfühliger Mensch mit einer Meinung. Mit einer eigenen Meinung sogar. Das ist heutzutage leider etwas selten geworden. In seiner neuesten
Kolumne bespricht er Erich Loest (den ich vor dreißig Jahren in Osnabrück las unangenehmen und eitlen, wenn auch korrekten und politisch interessanten Menschen kennenlernte (seine Bücher mochte ich noch nie)) und bemerkt einmal nebenbei:
In einer Rezension las ich, Loest verfüge über etwas Schreckliches, über etwas ganz Entsetzliches, nämlich über eine «augenzwinkernde Schreibe». Augenzwinkernde Schreibe wird nur bei Bindehautentzündung verziehen.
Für solche kleinen Nebenbeibemerkungen liebe ich Franz Schuh.
Giorgione - 27. Jun, 09:02