[>>]

Bestenliste

Auf die dringende und drängende Bitte einer einzelnen Dame, die ich über alles schätze, kommt hier eine Liste meiner Lieblingsbücher. Begrenzt auf deutsche Nachkriegsliteratur. (Will jemand damit weitermachen? Ich bin sehr neugierig.) (Andere Listen kommen vielleicht auch noch...)

Bestenliste (naja, Bestenliste, ist immer schwierig, verändert sich auch ab und an):

Arno Schmidt: Seelandschaft mit Pocahontas / süße Liebesgeschichte am Dümmersee

Arno Schmidt: Schwarze Spiegel / nach einem Atomkrieg

Arno Schmidt: Brand's Haide / Nachkriegsgeschichte

Ernst Augustin: Raumlicht. Der Fall Evelyn B. / wahnwitzig vielschichtige, witzige, philosophische Geschichte der Heilung einer Schizophrenie und der Erlebnisse des Psychiaters in Indien und Afghanistan, wo der Held Arzt ist. Und wie er Yoga lernt. Und dann DER Schluss. DER Schluss! DAs muss einem erst mal einfallen!

Uwe Johnson: Jahrestage (hab ich dreimal gelesen)

Christian Geißler: wird zeit, dass wir leben / spielt 1923-33: Gefangenenbefreiung aus einem Naziknast = Geschichte der RAF im historischen Gewand

Adolf Muschg: Im Sommer des Hasen / Japan: also eher wohl mein persönliches Thema

Adolf Muschg: Der rote Ritter / Parzivalroman, psychologisch gedeutet

Peter Bichsel: Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen /Kürzeststories

Heinar Kipphardt: März / Roman über einen psychiatrisierten Dichter (auch schön verfilmt)

Brigitte Kronauer: Verlangen nach Musik und Gebirge / sehr spröde, wunderbar

Libuse Monikova: Eine Schädigung. Die Fassade... (eigentlich alles) (spielt oft in Prag!)

Sten Nadolny: Die Entdeckung der Langsamkeit

Wolfgang Rohner-Radegast: Kinderblitz, Jambudvipa. Aus dem Großen Sutra Kinderblitz (Weltumsegler). 1. Band (ist leider gestorben, bevor er den 2. Band machen konnte: Riesendickes Format, geschrieben wie ein indischer Raga)

Jürgen Buchmann: Grammatik der Sprachen von Babel / und:/
Jürgen Buchmann: Phantastische Topographie der Stadt Lüneburg / feinste, manieristische Miniaturen, kennt kein Mensch: war mein Italienischlehrer (kann 15 Sprachen, 15! Mindestens) (Lateinlehrer: Latein, Griechisch, Hebräisch, Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Tamil, Telegu, Malayalam, Sanskrit, Tibetisch, undundund...)(ich war mal mit ihm im Kloster in Italien, da waren Leute aus allen Nationen, mit allen hat er fließend geredet, keiner hat rausgekriegt, aus welchem Land er ist, alle haben einen ganz winzigen Akzent gehört, ganz winzig, aber nicht identifizieren können. Ein Phänomen der Mann. (Wäre auch was für einen Roman.)

Gerne gelesen habe ich auch:
Jens Rehn: Nichts in Sicht
Günter Bruno Fuchs: Der Bahnwärter Sandomir
Robert Gernhardt: Ich Ich Ich
Ernst Jandl: (alles)
Ruth Klüger: weiter leben / Roman über das Überleben im Holocaust
Lothar Baier, Jahresfrist
Ingo Schulze, 22 Augenblicke des Glücks
Thomas Strittmatter, Raabe Baikal
Stefan Tomas, Knieriesen

Also. Wer macht weiter?
dogma2 - 12. Jul, 13:08

Milan Kundera "die unerträgliche leichtigkeit des seins"
Ingrid Noll "die apothekerin"
Bernhard Schlink "der vorleser"

(mal ein paar ideen, auf deutsch verfasste nachkriegsliteratur is schwer is kundera überhaupt original auf deutsch?)

Giorgione - 12. Jul, 13:16

Nee,

Kundera ist tschechisch. Schöner Film. Interessantes Buch: Das mit dem Hut hat mir gefallen.
dogma2 - 12. Jul, 13:22

habs s erste mal abbrechen müssen hab mich mit ihr zusehr identifiziert.
remarque "der funke leben" stattdessen!
das buch is wahnsinn!!!
nochwas: benjamin von stuckrad- barre, oder is das schon zusehr pop als literatur?!
Giorgione - 12. Jul, 13:32

Remarque?

Osnabrücker, jaja. Aber ist der nicht Vorkriegsliteratur?
Giorgione - 12. Jul, 13:32

Schade,

jetzt wird es interessant. Jetzt muss ich aber zur Arbeit. Gemeinheit. Bis später.
dogma2 - 12. Jul, 13:33

"der funke leben" is sicherlich nachkriegsliteratur (s geht ja um konzentrationslager)
was ist mit meinem vorschlag betreffend hernn stuckrad-barre?!?
antwort wird halt nach der arbeit erwartet ... (was hast du für arbeitszeiten?)
ConAlma - 12. Jul, 13:20

Jemand, der Arno Schmidt liest!!!

* keine Zeit für Listen
** aber vielelicht ein andermal

Giorgione - 12. Jul, 13:30

Gerne.

Gerne ein andermal. (Das mit Schmidt verstehe ich mal als Lob. Oder?)
ConAlma - 12. Jul, 22:44

jetzt oder nie

Keine Bestenliste, aber ein bisserl war es doch, in den letzten zwei Jahren, das mir gefallen hat, wo Weinbücher zu meiner Hauptlektüre wurden (à la Das große Oxford-Weinlexikon. Bin noch nicht mal mit dem Buchstaben A durch ...)

Brigitte Kronauer: Teufelsbrück
Evelyn Schlag: Brauchst du den Schlaf dieser Nacht + Das L in Laura (gehören zusammen, einmal Gedichte, einmal Liebesgeschichte)

Jörg Mauthe: Die Vielgeliebte, Die große Hitze - wunderbares Österreich!

immer wieder: Lieblingsbuch: Cees Nooteboom - Allerseelen

Friederike Mayröcker: Und ich schüttelte einen Liebling + Requiem für Ernst Jandl

Dimitré Dinev: Ein Licht über dem Kopf

Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt (grad mittendrin)

Die anderen sind nicht-deutschsprachiger Natur (der Nooteboom ja eigentlich auch.)

Und immer wieder zwischendurch: Ausländer Bachmann Busta Celan Meilicke (Lyrik)
Giorgione - 13. Jul, 00:52

Stuckrad-Barre

kenne ich gar nicht. Wenn ich nur die Gesichter der Pop-Literaten sehe und die Feuilleton-Aufregung, dann winke ich ab. Genauso Wellebeck, oder wie sich der schreibt, so ein Hype: Da habe ich einen Abwehrreflex und lese ihn erst in zwanzig Jahren.
Giorgione - 13. Jul, 01:02

Witzig:

Kronauer. Ja, die ist etwas. Die hat was. Ganz, ganz spröde. Ganz, ganz spannend.
Kehlmann fand ich witzig, aber nicht mehr.

Bei den Ausländern stünde auch ein Nooteboom drauf: Rituale wahrscheinlich. Und Mulisch, Das Attentat. Dinev? Nie gehört.
Anobella - 12. Jul, 13:33

uh ... oh ...

das wird "arnoschmidthoheit" dpr nicht gefallen, georg, dass du hier so tust, als wärst du der einzige blogger, der arno schmidt liest!

*sieht einen blutkrimi auf georg zukommen!

dpr (Gast) - 12. Jul, 13:52

Ja, ja, Schmidt liester,

aber natürlich das Falsche. Keinen einzigen Krimi von Schmidt. Den Mann müssen wir aus der Reihe der Krimitagebüchler entfernen.

dpr
*der hier natürlich nicht irgendwelche Listen zur Diskussion stellt. Schon gar keine zur "deutschen Nachkriegsliteratur".
Giorgione - 13. Jul, 00:49

Feigling!

Außerdem lese ich die richtigen Bücher von Schmidt. "Das Steinerne Herz" scheint mir als Krimi denn doch misslungen. Zettels Traum: weiß man schon nach wenigen Seiten, wer's war. "Sitara" legt zu viele falsche Heringe. "Kaff auch Mare Crisium": das wäre noch was.

Also: ab auf die Liste. Arno Schmidt: Kaff auch Mare Crisium
Giorgione - 13. Jul, 00:50

Tu ich ja gar nicht,

liebe Anobella. Außerdem tu ich ja auf seinem Blog gar nicht mehr Schmidt zitieren. Da kann er ja nur gnädig sein.
steppenhund - 12. Jul, 18:10

Alexander Spoerl

Die anderen Leute - von fünfundvierzig bis heute (1967)
habe ich sehr begeistert gelesen. Er hat ja meistens Sachbücher geschrieben. Aber Nachkriegsbewältigung findet sich hier gar nicht so schlecht.

Muschg mag ich auch und einige andere auf der Liste.

Und wenn schon Schmidt dann Manfred Schmidt (Nick Knatterton).

Anobella - 13. Jul, 08:27

stuckrad-barre ist was für die kleine form.

er schrieb immer nur 10-seiter. da kann er zeitgeist gut und mit witz reinpacken. die große form - einen roman zum beispiel - hat er bisher noch nicht hingekriegt. aber er war schon eine stimme seiner generation, die man lesen konnte. aber ich vermisse das sehr für meinen unterricht - texte, mit denen die jugendlichen was anfangen können, so wie salinger das einst hingekriegt hat, auch kerouac.

dpr (Gast) - 13. Jul, 10:09

Die überschätztesten AutorInnen

der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, in zufälliger Reihenfolge.

Wolfgang Koeppen (mediokrer Epigone)
Günter Grass (berauscht sich am eigenen Wortschwurbel)
Heinrich Böll (katholisch verklemmt)
Thomas Bernhard (eine Attitüde macht noch keinen Meister)
Ingeborg Bachmann (es genügt nicht, mit Max Frisch geschlafen zu haben)
Sten Nadolny (ein passables Buch, danach die große Langeweile)
Gabriele Wohmann (Hilfääää!)
und-so-wei-ter

Schmählich unterschätzt:
Alfred Andersch. Adolf Muschg. Ralf Roggenbuck (who?). Albert Vigoleis Thelen. Und-so-wei-ter-und-so-fort.

Völlig falsch eingeschätzt:
Arno Schmidt.

bye
dpr
*der in erster Liste einen Namen nur genannt, um Anobella zu ärgern, damit ihr Kopfweh nachlässt
**bewährtes Hausmittel

Giorgione - 13. Jul, 14:01

Jawohl,

Koeppen, Grass, Böll, Nadolny (würde ich aber höher einschätzen dieses eine Buch, das hat mir wirklich sehr gefallen, nagut es steht in der zweiten Reihe und nicht neben Schmidt etc. - der Rest von ihm war nix.).

Wohmann? Wer kommt auf die Idee, Wohmann zu lesen? Bernhard und Bachmann? Welcher ist für Anobella drin? Von Bachmanns Gedichten krieg ich immer heideggerschen seinsgenichteten Weltschmerz: bäh. Bernhard: find ich gut.

Unterschätzt: Andersch (naja: auf einer Etage mit Nadolnys EinBuch, Muschg (nicht von mir!!!!), Thelen? Nicht von mir unterschätzt. Aber stimmt, der hätte auf meine Liste unbedingt draufgehört. Jetzt steht er dabei. Roggenbruck, genau. (HÄH??)

Noch sehr unterschätzt: Geldmacher. Jawoll. Nicht mehr lange.

(Listenspiel geht bald weiter.) (Danke fürs Mitmachen.)
Giorgione - 13. Jul, 14:02

Bitte weiter mit

undsoweiter und so fort.
Giorgione - 13. Jul, 14:10

Find ich ja

irgendwie seltsam: so ein gleicher Geschmack. Hm.
Giorgione - 14. Jul, 07:19

Ganz oben auf die Liste

der überschätztesten Autoren gehören noch zwei:
Martin Walser (Schwätzer)
Peter Handke
Anobella - 13. Jul, 18:00

@dpr

nimm den bernhard raus!
*droht mit der faust!

Giorgione - 13. Jul, 18:02

Bachmann nicht?

immerhin: Malina liegt noch auf dem Nachttischchen. Kann ich nix zu sagen.
Anobella - 13. Jul, 19:30

georg im listenfieber

okay, erst ich. aber erst irgendwann in den sommerferien.

Trackback URL:
http://giorgione.twoday.net/stories/2334252/modTrackback

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Da hat sich wohl...
...das hehre Komitee einfach nicht getraut einzugestehen,...
Xiaomo - 30. Nov, 14:40
Da gibt es
viele. Die meisten trauen sich nur nicht. Nobelpreisträgerin......
Giorgione - 30. Nov, 10:27
Wie schön!
Hier bin ich Mensch hier kann ich sein - und frei heraus...
Xiaomo - 30. Nov, 10:19
bitte,
gerne geschehen. "Die Bleiwüste ohne Personen"...
Giorgione - 29. Nov, 23:52
weswegen
ich schon lange keine Dosen mehr aufmache, wo Jelinek...
Oster (Gast) - 29. Nov, 22:19
ein Wust von
Phrasen, Kalauern, saurer Moral und zaunpfahlgroßen...
Kle.twoday.net (Gast) - 29. Nov, 18:36
die alte Tante FAZ
ist immer noch extrem chinafeindlich (die gelbe Gefahr,...
Oster (Gast) - 25. Nov, 22:02
&ich aus dem Grund
in die Welt geguckt, aber nur kurz, wegen des wunderbaren...
Kle (Gast) - 25. Nov, 12:16

Lesebefehl (-empfehlung)

A.L. Kennedy: Was wird Wagenbach Verlag --------------------------------------------- Shaun Tan: Die Fundsache. Carlsen Verlag --------------------------------------------- Brigitte Kronauer: Zwei schwarze Jäger. Verlag Klett-Cotta --------------------------------------------- Loisel / Tripp: Das Nest. Carlsen Verlag --------------------------------------------- Christian Geißler: Wird Zeit, dass wir leben. Rotbuch Verlag. vergriffen --------------------------------------------- Yijing. Theseus Verlag. vergriffen Hat jemand ein Exemplar für mich?

Counter 2

Haftungshinweis

Für alle externen Links übernehme ich keine Verantwortung und keine Haftung.

Suche

 

Status

Online seit 1277 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 30. Nov, 14:40

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB