Bielefeld
ist doch wirklich eine schöne Stadt, oder? Auch das neue Du-Heft (767) findet das. Unter dem Motto "Zu Gast bei Freunden" reisen sie durch die Provinz, streifen Rostock, Elend, Radebeul, Karl-Marx-Stadt Chemnitz (doch, so steht das da), Karlsruhe, Schlitz, Göttingen und Herzogenaurach. Und andere Orte.
Martin Gülich schreibt etwas resigniert stolz über Karlsruhe (4:0 gegen Bayern München!) und Freiburg (zwei Plätze hinter dem KSC), Kerstin Hensel meint zu Chemnitz:
Jetzt hinter die Bücherregale
Wo Wollmäuse sich mit Göttern verbeissen:
Der Neger von Kleist, Woyzeck und Faust
Hoffmanns Gespenster die lyrischen Teufel,
schaufeln voll Kehricht
und Goethe und Schiller der ganze Heilige
Bimbam.
Aber Bielefeld. Jana Scheerer behymnisiert es: Gute Deutsche finden sich immer ein bisschen peinlich. Sie können alles, ausser sich mögen. Deswegen ist Berlin als Hauptstadt ein Irrtum. Und weiter: Der Bielefelder Lokalpatriot ist ein Oxymoron. Mein Bielefelder Erdkundelehrer riet uns elfjährigen Schülern, auf die Frage "Wo liegt denn dieses Bielefeld?" mit dem Satz "Irgendwo zwischen Hannover und Dortmund" zu antworten. Degradierender wäre wohl nur noch "irgendwo zwischen Gütersloh und Bad Oeynhausen" oder "in der Nähe von Bünde". Schön ist die Beschreibung, wie man zum Kesselbrink kommt oder die linguistische Selbstdiagnose: "Wir sind hier halt mehr so sture Westfalen, ne." Aber am schönsten=unverständlichsten ist das: Selbst nach sieben Jahren intensiven Bielefeldstudiums konnt man mich noch mit einem Satz wie "Der kommt halt aus Brake" aus der Fassung bringen.
Und den schwäbischen Werbespruch "Wir können alles. Außer Hochdeutsch" würden sie bestimmt abwandeln in: "Wir können nichts. Frag nicht." Meint Jana Scheerer.
Martin Gülich schreibt etwas resigniert stolz über Karlsruhe (4:0 gegen Bayern München!) und Freiburg (zwei Plätze hinter dem KSC), Kerstin Hensel meint zu Chemnitz:
Jetzt hinter die Bücherregale
Wo Wollmäuse sich mit Göttern verbeissen:
Der Neger von Kleist, Woyzeck und Faust
Hoffmanns Gespenster die lyrischen Teufel,
schaufeln voll Kehricht
und Goethe und Schiller der ganze Heilige
Bimbam.
Aber Bielefeld. Jana Scheerer behymnisiert es: Gute Deutsche finden sich immer ein bisschen peinlich. Sie können alles, ausser sich mögen. Deswegen ist Berlin als Hauptstadt ein Irrtum. Und weiter: Der Bielefelder Lokalpatriot ist ein Oxymoron. Mein Bielefelder Erdkundelehrer riet uns elfjährigen Schülern, auf die Frage "Wo liegt denn dieses Bielefeld?" mit dem Satz "Irgendwo zwischen Hannover und Dortmund" zu antworten. Degradierender wäre wohl nur noch "irgendwo zwischen Gütersloh und Bad Oeynhausen" oder "in der Nähe von Bünde". Schön ist die Beschreibung, wie man zum Kesselbrink kommt oder die linguistische Selbstdiagnose: "Wir sind hier halt mehr so sture Westfalen, ne." Aber am schönsten=unverständlichsten ist das: Selbst nach sieben Jahren intensiven Bielefeldstudiums konnt man mich noch mit einem Satz wie "Der kommt halt aus Brake" aus der Fassung bringen.
Und den schwäbischen Werbespruch "Wir können alles. Außer Hochdeutsch" würden sie bestimmt abwandeln in: "Wir können nichts. Frag nicht." Meint Jana Scheerer.
Giorgione - 17. Jul, 21:33
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