Für die, die Amazon verlinken und daran ein bissel verdienen wollen,

(was ihnen trotz allem gegönnt sei) hat Herr Damaschke einen interessanten Bericht erstellt. Mit der Schlussfolgerung: Amazon ist nur ein Beispiel für das, was uns in der nächsten Zeit bevorsteht: Die möglichst totale Kontrolle über den Datenverkehr im Netz durch kommerzielle Konzerne, die ihre Umsatz- und Kundenströme kontrollieren wollen. Denn Big Brother hat seinen Staatsdienst quittiert und arbeitet heute als leitender Angestellter im Marketing.

Also, überlegt's euch noch einmal, ob ihr nicht lieber dem lokalen Buchhändler etwas gönnen wollt. Und nehmt wirklich einen lokalen, kleinen Buchhändler!
tinius - 25. Sep, 13:41

Meine Stammbuchhandlung in der Nachbarschaft arbeitet derzeit im Internet mit einem Barsortiment zusammen. Ob das nun besser ist ? Mal abgesehen davon, daß die Verdienste, die da für die Buchhandlung noch abfallen, unerheblich sind, hat ja die von mir genutzte Verlinkung allenfalls einen Effekt für twoday bzw. deren Partnerprogramm. Und wenn ich die AGB von twoday richtig interpretiere, dürfte ich gar kein eigenes Partnerprogramm ins Spiel bringen, solange ich nicht für mein Weblog zahle. Amazon nutze ich selbst eigentlich ausschließlich für den Gebrauchtbücherkauf (und ab und an zur problemlosen Beschaffung englischer und amerikanischer Titel, die entweder abseits vom Mainstream liegen oder schlicht billiger sind als beim Kauf in der Buchhandlung). Allerdings nutze ich zumeist erstmal die Metabuchsuchmaschine eurobuch.com, um vorab den günstigsten Preis zu finden - und der ist nicht immer zwangsläufig bei amazon. Bei der letzten Bestellung lagen 11 Euro für ein gebrauchtes Exemplar zwischen amazon und dem günstigsten Anbieter.

Giorgione - 25. Sep, 15:08

Vorsicht, Herr Magister,

ich bin berüchtigt als Amazon-Schmäher! Außer für die, die auf dem platten Land wohnen. Und die englischen Titel.

Aber das Barsortiment ist der normale Bestellweg für alle Buchhandlungen, die meisten Buchhandlungen arbeiten mit dreien zusammen: Knoe, Libri, Umbreit. Vor allem wenn das Buch am nächsten oder übernächsten Tag da sein soll. Das geht nämlich flott bei denen. Nachmittags bestellt, abends gesendet, über Nacht eingekästelt, morgens um 6 Uhr geliefert. Das kann kein Verlag.

Und ich meinte ja nicht nur die twoday-Benutzer, sondern alle. Nur so als Warnung für die, die meinen: Ach, so ein Link kann doch nicht schaden. Kann er vielleicht doch. Siehe Damaschke.
tinius - 25. Sep, 18:15

Ich bin (arbeitsloser) Buchändler im allgemeinen Sortiment. Über Barsortimente weiß ich denn doch so einigermaßen Bescheid. Deren Rabatte sind erträglich und akzeptabel, auch wenn man gut beraten ist, seinen normalen Präsenzbestand so weit wie möglich über Verlage zu ordern. Nur die Webpräsenz lassen sie sich gut bezahlen. Da kommt dann bestenfalls ein niedriger zweistelliger Prozentsatz (nach meiner Kenntnis sogar nur ein einstelliger) vom Verkaufspreis beim Sortimenter an. Ich wurde deshalb sogar explizit gebeten, meine Einkäufe doch entweder persönlich oder per email an den Laden zu erledigen. Was ich bei Neubüchern auch immer brav tue (mein Hunger auf Neuerscheinungen ist - die berufliche Prägung schlägt voll durch - unersättlich). Trotzdem bleibt es fraglich, ob meine Stammbuchhandlung noch lange existiert, denn spätestens im nächsten Frühjahr eröffnet Thalia einen Laden in Laufnähe....

bernd (anonym) - 26. Sep, 10:26

"Außer für die, die auf dem platten Land wohnen"

Wie habe ich den Satz zu verstehen ?

Weil sie (auf dem platten Land) keine oder keine gute Buchhandlung haben ?

Mit "nicht gut" meine ich geringe Auswahl und wenig kompetentes Personal. Denn auch die kleineren Universalbuchhandlungen in der Stadt dürften desbezüglich kaum besser sein.

Beste Grüße

bernd

Giorgione - 26. Sep, 12:11

Die auf dem platten Land wohnen

und deswegen keine Buchhandlung in der Nähe haben. Alle anderen können ja bestellen. Tun sie ja bei Amazon auch. Aber ich hatte gewarnt: Amazon-Schmäher Nr. 1.

(Hab ich jetzt verbessert, dank Tinius.)
tinius - 26. Sep, 12:22

@Bernd : Gerade in kleinen Buchhandlungen findet man immer noch häufig gut ausgebildetes, belesenes und motiviertes Personal. Bei Ketten wird das dann schon schwieriger, was zum Teil mit der Einstellungspolitik und der (mangelnden) Personaldichte zu erklären ist. ;)
@Giorgione : Basher könnte man mit Schmäher übersetzen. Aber ziemlich frei.

Giorgione - 26. Sep, 13:50

Hab jetzt den Basher

überall verbessert. Danke sehr.
bernd (anonym) - 26. Sep, 17:47

Ich wäre ja glücklich, wenn Ihr beiden recht hättet.

Man müsste erst einmal "kundig" definieren. Aber kundiges Personal, das mir weiter hilft , sehe ich in den beiden kleineren Buchhandlungen bei uns vor-Ort nicht.

Realität ist das beschränkte und ewig gleiche Sortiment - Beispiele die ich beurteilen kann: Kochbücher, Weinbücher, Kinder/Jugendbücher. Auf die Frage ob es auch noch etwas anderes gäbe, rennen sie dann zum Computer. Das kann ich selber und mich dabei auch noch informieren.

Dabei kann eine gut sortierte Buchhandlung, in der man über unbekannte und schöne Bücher stolpert (dazu brauchts auch kein "kundiges" Personal), eine wunderbare Sache sein - passiert einem übers Internet nie.

Giorgione - 26. Sep, 23:01

"Kundig" weiß ich ja auch nicht,

vorlaut wäre es zumindscht, wenn es dir gleich sagen würde, dass man "weiterhilft" zusammenschreibt, weil "weiter hilft" etwas anderes bedeutet. Nämlich, dass es dir auch weiterhin helfen wird. Ob es dir weiterhilft, steht dahin.

Nein, Herr Bernd, mit der Kritik hast du Recht, allzuoft ist das Sortiment gleich und gleich und langweilig. Aber die kleinen Buchhandlungen auf dem platten oder gebirgichten Lande haben es schwer und sind zu ängstlich, sich ein ausgefallenes zu leisten. Deswegen gehe ich ja auch seit Jahrzehnten auf die Buchmesse, weil da Bücher zu sehen sind, die ich in kaum einer Buchhandlung finde, weil sie viel zu speziell sind. Die schönen großformatigen handillustrierten, handgesetzten Minipressenbücher, die handgebundenen Büchel, die anarchistischen, kleinstverlagsbesonderen Bücher...

Trackback URL:
http://giorgione.twoday.net/stories/4291508/modTrackback

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Kann sein,
dass ich erst jetzt verstanden habe, worum es dpr geht...
Giorgione - 4. Jul, 14:46
Ich finde eine pdf -...
Ich finde eine pdf - Lösung auch nicht wirklich...
tinius - 4. Jul, 14:37
Wieg du nur.
an dpr: Dann bin ich dafür. Der Rest per PN. (Und...
Giorgione - 4. Jul, 14:15
Ach!
Literaturkritik.de ist eine Zeitung und zahlt Honorare?...
dpr (anonym) - 4. Jul, 14:07
georg ist überfordert...
*wiegt mit dem kopf
Anobella - 4. Jul, 13:47
Das ist
durchaus nicht pikant. Denn ich veröffentliche...
Giorgione - 4. Jul, 13:46
Welches denn?
* erklär mal
Giorgione - 4. Jul, 13:32
Pikant, pikant,
ist das, was die Frau A. da sagt, durchaus. Die schärfsten...
dpr (anonym) - 4. Jul, 09:51

Lesebefehl (-empfehlung)

Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels dtv, 14,90 Euro (philosophisch und etwas gefühlsselig: zwei Taschentücher am Ende) ---------------------------------------------- Edward Gorey: The Lugubrious Library. Diogenes Verlag, 89 Euro ---------------------------------------------- Brigitte Kronauer: Die Kleider der Frauen. Reclam. 4,80 Euro

Counter 2

Haftungshinweis

Für alle externen Links übernehme ich keine Verantwortung und keine Haftung.

Suche

 

Status

Online seit 763 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 4. Jul, 15:29

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB


Gelesenes
Gelistetes
Kriminales
Literarisches
Neugekommenes
Rezensiertes
Zitiertes
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren