Döblin war

Mediziner. Kafka Versicherungsangestellter. Nach den Thesen von Herrn Wörtche (hat der eigentlich Rezensent gelernt, abgeschlossenes Rezensentenstudium in Marburg?) hätten beide keine Bücher schreiben dürfen. Ob man das schade findet, muss man selbst entscheiden. Aber nach dem Geldberuf entscheiden zu wollen, ob jemand Bücher rezensieren darf, ist eindeutig Unsinn.
krimi.krimi (anonym) - 12. Jul, 11:59

Soweit ich Herrn Wörtche verstanden habe, dürfen Mediziner schon Bücher schreiben, nur nicht rezensieren.

krimiblogger - 12. Jul, 13:37

Nein, nein,

Du hast etwas überlesen, lieber Georg. Es ging um den "feingeistigen" Mediziner. Grobe Schlächter in weißen Kitteln dürfen rezensieren, weil die zeigen dadurch ihre hardboiled-Einstellung zum Leben. Gleiches gilt für den unbedarften Krimiliebhaber. Das muss ein abgebrühter Bibliomane sein, der nach außen den unbedarften Profi gibt. Übrigens hat Frau krimi.krimi schon die richtigen Namen entschlüsselt.

Ludger
P.S.: Für spätere Korrekturen empfiehlt sich bei den Twoday-Blogs eine Anmeldung. Dann kann man seine Kommentare noch mal bearbeiten (glaube ich jedenfalls)

bernd (anonym) - 12. Jul, 13:51

Nehmen wir mal an, dass

der Mediziner, der Krimiliebhaber und das Internetforum pars pro toto stehen, dann verstehe ich Wörtche so, dass er wider der relativistischen Krimirezeption (darf ich das jetzt verwenden oder ist es eine Wortfolge, die im Ruch steht, literaturwissenschaftliche Argumentation zu sein) zu Felde zieht.

Leuten wie Wörtche (und ich vermute auch Georg ein wenig - verstehe es bitte nicht verkehrt) können sich wohl kaum vorstellen, dass es Leser bei der Couch gibt, die ästhetische Vorstellungen haben, dass diese jedoch andere sind als die ihrigen.

Ansonsten, aber das wisst ihr selber, war das natürlich auch eine Retourkutsche

krimi.krimi (anonym) - 12. Jul, 23:36

Georg? Versteh ich nicht. Der zieht doch grad wie ein Ritter für Menschen ins Feld, die nicht "Rezensent" studiert haben.
dpr (anonym) - 13. Jul, 10:35

Na und?

Böll war mal Bauhilfsarbeiter. Schmidt kaufmännischer Angestellter. Und konnten die vielleicht schreiben? Gar rezensieren? Elke Heidenreich war Moderatorin bei SWF 3, Popshop und hat immer Kris Kristofferson gespielt. Jetzt rezensiert sie. Oder glaubt es wenigstens.

bye
dpr

Giorgione - 13. Jul, 10:51

Heidenreich

rezensiert? Wo? Wie? Nein, sie fantert. Das nur dazu.

* freut sich über die Verbindung Böll - Schmidt. Weiß das die AS-Mailing-Liste schon?
tinius - 13. Jul, 19:07

Heidenreich rezensiert nicht - und weiß, daß sie das nicht tut. Aber das Wissen darüber rechtfertigt m.E. nicht, daß eine solch platte Werbesendung mit - 3 Informationsgehalt über den Sender geht.... LG tinius
Giorgione - 13. Jul, 10:57

Was Herr Wörtche meint,

muss Herr Wörtche beantworten. Ich jedenfalls habe nichts dagegen, wenn Dilettanten rezensieren oder schreiben. Meine Frage, ob Herr Wörtche Rezensent gelernt hat und das "darf", ist ja auch noch nicht beantwortet.

Nein, mir geht es um die Qualität der Texte, der Bücher wie der Rezensionen. Und da ist es wirklich völlig wurscht, was einer ist. Wieso kommt man überhaupt auf die Idee, so etwas zu fragen? Entweder einer kann es oder sie kann es nicht. An ihren Ergebnissen wird man es sehen. Das ist mal wieder so einfach wie pragmatisch.

Und auch in anderen Berufen ist das so. Muss ich Computer studiert haben, um Computer zu können oder kann ich es mir nicht auch "nebenbei" beibiegen? Oder Psychotherapie (hat Freud Psychoanalyse studiert, eine Lehranalyse gemacht? Njet.)? Oder Buchrezension? Oder oder oder. Und welches Engagement ein solches "Nebenbei" voraussetzt, davon können sich viel Profis nicht mal ein vages Bild machen.

Lasst also bitte diese Diskussion um zeugnisbewehrte Beweise, dass einer rezensieren "darf". Guckt euch die Texte an und sagt, ob es gelungen ist.

Ansonsten verweise ich auf drps Aufsätzchen über Dilettanten und Profis und Thomas Klingenmaiers Einlassung bei Ludger.

krimiblogger - 13. Jul, 21:20

Natürlich

ging es TW nie darum, ob eine bestimmte Berufsgruppe etwas "darf". Es geht nur darum, bestimmte Blogger identifizierbar oder zumindest für die Leute, die sich ein wenig in der Szene auskennen, "sichtbar" zu machen. Klarnamen mochte er wohl nicht nennen - was nicht für ihn und seine reichlich undiffernzierte "Argumentation" spricht. Zudem hat es ja funktioniert: Frau Krimi.Krimi hat ja uns "richtig" erkannt, denn die Breitseite war gegen Bernd (wobei er allerdings Mikrobiologe ist und kein Mediziner) und gegen mich gerichtet ("grammatisch unsicher" und all der andere Schwachsinn).

Schönen Abend
Ludger

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Lesebefehl (-empfehlung)

Schmidt liest Proust. Verlag Voland & Quist --------------------------------------------- Alice Schmidt: Tagebuch aus dem Jahr 1955. Suhrkamp Verlag // und als Ergänzung und überhaupt unverzichtbar: Josef Huerkamp: Der Landschafter auf der Höhe. Neisse Verlag --------------------------------------------- Judith Kuckart: Die Verdächtige. Dumont --------------------------------------------- Schreibheft 69: Ezra Pound im St. Elizabeth's Hospital für kriminelle Geisteskranke. --------------------------------------------- Dieter Paul & Rudolf: Menschenfreunde. Shayol Verlag --------------------------------------------- Watching the detectives. Die Krimzeitschrift als pdf. 4 Ausgaben sind "lieferbar"

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