Der Film- und auch Krimifilmkritiker
Harry Rowohlt sitzt, wie meine Stuttgarter Zeitung heute (offline) berichtet, in der Jury des Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden. Und sagte u.a.: "Immer wenn im deutschen Fernsehen eine Handfeuerwaffe ins Bild kommt, klappert sie. Handfeuerwaffen klappern nicht, sonst würden sie ständig losgehen."
Die Zeitung berichtet weiter: Beim Sat-1-Beitrag "Don Quichote - Gib niemals auf" einen Tag später ist der Sprachexperte Rowohlt gefragt. Wenn in diesem modernen Märchen den altertümelnden Ritter von der Mancha der Durst darbt, kommt er richtig in Fahrt: "Darben bedeutet Mangel haben an etwas. Aber Mangel an Durst ist Schwachsinn." Das Pferd von Don Quichote könne auch kein "räudiger Klepper" sein, wie der Film behauptet, "Räude ist "ne Hundekrankheit!". Und noch einen Kritikpunkt hat Rowohlt: Die sonst so patente weibliche Hauptfigur Vicky gebrauche gleich zweimal das Wort "Beziehung", moniert er mit einem leichten Hauch von Ekel im Mund: "Ich finde, wer das Wort Beziehung gebraucht, gehört lebenslänglich aus dem Fenster geworfen." Diese Abscheu scheint eher persönlicher Natur zu sein, doch die Lacher hat Rowohlt auf seiner Seite. Es dürften noch einige werden, bis am Samstagabend die Sieger des zwanzigsten Fernsehfilm-Festivals feststehen,
Doch Rowohlt kann nicht nur poltern: Der NDR-Film "Brennendes Herz" (Buch und Regie: Manfred Stelzer) erzählt die Geschichte eines Neonazis, der sich nach seinem Knastaufenthalt in eine Türkin verliebt. Doch die Jungnazis aus der Provinz kommen als extremes Klischee daher, mit blässlichen Gesichtern und 1940er-Frisuren: Rowohlt guckt in solchen Situationen immer ein bisschen wie eine weise Eule und legt seinen Kopf wie den imponierenden Rauschebart schief: "Müssen die so laut sprechen? Man versteht ja jedes Wort", kritisiert der Wortgewaltige dann subtil die erwartbar-markigen Sätze des Drehbuchs. Beim Casting, erzählt Rowohlt später, "sollte man nicht nur auf Gesicht und Wampe achten", sondern auch auf die Akzente der Schauspieler. "Aber da haben sie im deutschen Fernsehen kein Ohr für".
Die Zeitung berichtet weiter: Beim Sat-1-Beitrag "Don Quichote - Gib niemals auf" einen Tag später ist der Sprachexperte Rowohlt gefragt. Wenn in diesem modernen Märchen den altertümelnden Ritter von der Mancha der Durst darbt, kommt er richtig in Fahrt: "Darben bedeutet Mangel haben an etwas. Aber Mangel an Durst ist Schwachsinn." Das Pferd von Don Quichote könne auch kein "räudiger Klepper" sein, wie der Film behauptet, "Räude ist "ne Hundekrankheit!". Und noch einen Kritikpunkt hat Rowohlt: Die sonst so patente weibliche Hauptfigur Vicky gebrauche gleich zweimal das Wort "Beziehung", moniert er mit einem leichten Hauch von Ekel im Mund: "Ich finde, wer das Wort Beziehung gebraucht, gehört lebenslänglich aus dem Fenster geworfen." Diese Abscheu scheint eher persönlicher Natur zu sein, doch die Lacher hat Rowohlt auf seiner Seite. Es dürften noch einige werden, bis am Samstagabend die Sieger des zwanzigsten Fernsehfilm-Festivals feststehen,
Doch Rowohlt kann nicht nur poltern: Der NDR-Film "Brennendes Herz" (Buch und Regie: Manfred Stelzer) erzählt die Geschichte eines Neonazis, der sich nach seinem Knastaufenthalt in eine Türkin verliebt. Doch die Jungnazis aus der Provinz kommen als extremes Klischee daher, mit blässlichen Gesichtern und 1940er-Frisuren: Rowohlt guckt in solchen Situationen immer ein bisschen wie eine weise Eule und legt seinen Kopf wie den imponierenden Rauschebart schief: "Müssen die so laut sprechen? Man versteht ja jedes Wort", kritisiert der Wortgewaltige dann subtil die erwartbar-markigen Sätze des Drehbuchs. Beim Casting, erzählt Rowohlt später, "sollte man nicht nur auf Gesicht und Wampe achten", sondern auch auf die Akzente der Schauspieler. "Aber da haben sie im deutschen Fernsehen kein Ohr für".
Giorgione - 21. Nov, 09:14
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