Kriminales

Donnerstag, 15. Juni 2006

Wahrscheinlich wissen's eh schon alle,

außer mir. Beim Stöbern fand ich ein Marbacher Magazin über den Krimi, mit Namen, die mir nichts sagten: Balduin Groller, österreichischer Autor, 1910 erschien: Detektiv Dagoberts Taten und Abenteuer.
Und ein paar der inzwischen üblichen Verdächtigen: Adolph Streckfuß, Auguste Groner, J.D.H. Temme.

Der Herausgeber Hügel gibt noch kund, dass die Genrebezeichnung 1796 zum ersten Mal in einem Buch von August Gottlieb Meißner erschien.

Mittwoch, 14. Juni 2006

Gefunden: Eine etwas angestaubte Krimidiskussion,

die leider immer noch nicht zu Ende geführt wurde. Höchstens heimlich, mit einigen schönen Ergebnissen. Wie dem Krimi-Jahrbuch, in dem Thomas Wörtche seine Ansätze ausformuliert hat. Oder dem Bemühen, Astrid Paprottas hohe Kunst zu würdigen. Und dann die anderen. Wobei man sieht, was das Krimi-Jahrbuch bedeuten kann.

Im "Angestaubt"-Blog u.a. die Klage:

TW schreibt: “Vor allem, da zunehmend Vergleichsmöglichkeiten fehlen wg. Unkenntnis und irgendwo der scheindemokratische “Konsens” aufgekommen ist, jede Meinung sei “gleichviel” wert. Das freut “den Markt”.”

Zustimmung von meiner Seite, nur, wo sind die Leute die die Kenntnis haben, eine “gewichtige” Meinung begründen und vertreten können? Es gibt nicht so viele und diese Stimmen gehen, leider, leider, im Gebrabbel einer Frau Wolff oder einer Frau Chaplet unter. Wenn Leute wie Ulrich Baron oder wie Kolja Mensing dumme Schafsromane im Feuilleton bejubeln, dann bekomme ich Kopfschmerzen. Leider keine Ausnahmen. Wo findet denn fundierte Krimikritik und -analyse statt? Ich will nichts klein reden, ich freue mich über jeden vernünftigen und streitbaren Text und jeden Kritiker/Autor/Laien, der solche Texte schreiben kann - es gibt nur nicht so viele oder sie haben keine Plattform. Dazu kommt die Denkfaulheit und das in den Köpfen vorhandene Urteil, Krimis haben bitte nichts anderes als Unterhaltung zu sein - oder sie sind gleich “literarische Krimis”.

Wieso eigentlich gibt es keine ordentliche Kriminalliteraturwissenschaft? Gibt es mehr als ein paar Ansätze? Bitte melden! Auch die Ansätze.

Montag, 5. Juni 2006

Astrid Paprotta

soll in einem kleinen Heftchen von Dieter Paul Rudolph analysiert werden. Kann man gespannt sein. Finde ich einen interessanten Ansatz zu einer diskursiven, initiativen Krimikleinkultur. Er selbst schreibt dazu:

Krimiporträts.
Diese neue Reihe reagiert auf das fast völlige Fehlen detaillierter und werkübergreifender Aufsätze zur deutschen Kriminalliteratur der letzten Jahrzehnte. Auf durchschnittlich 24 Seiten wird der literarische Werdegang ausgesuchter AutorInnen beleuchtet, wobei das Werk, nicht die Biografie im Mittelpunkt steht. Den Anfang macht ein Aufsatz zu den Ina-Henkel-Krimis von Astrid Paprotta, der wahrscheinlich im Spätsommer zum Preis von 5-6 € erscheinen wird. Jedes Heft erscheint in limitierter und nummerierter Auflage von höchstens 100 Exemplaren. Es sind jährlich etwa 3 Hefte geplant. Die Reihe kann abonniert werden.
. Zu bestellen im Krimikaufladen

Ich finde allerdings, wer die Reihe abonniert, sollte eine Originalgrafik des berühmten saarländischen Illustrators Raphael Wünsch bekommen.

Gerade zu Ende gelesen:

Patrick Boman: Peabody geht fischen. Unionsverlag.

Witziger, etwas abstruser Krimi mit einem nicht besonders sympathischen Ermittler. Spielt in Südindien um 1900 herum, und die Weißen fühlen sich immer noch als Herren der Welt. Dass sie es nicht sind, zeigen sie alle: Inspector Peabody, der die Frau eines Verdächtigen sexuell nötigt und sich an die hübsche Nonne Mary ranmacht, der Hilfssteuereinnehmer Reginald Batterbury-Woods und seine frustrierte Gattin, der von sich sehr eingenommene, asketische Richter Frazier, der vor allem darauf achtet, dass man sein Essen ordentlich kaut, weil das gut für die Gesundheit ist, der irische Missionar und Freund eines feinen Whiskeys Father O'Reilly. Der Mord gefällt Peabody gar nicht. Nicht nur wegen des Toten, sondern vor allem, weil es ihn in seiner Ruhe stört. Was macht man da? Man findet möglichst schnell den Mörder. Viele skurrile Charaktere, viele krause Ideen.

Insgesamt: Eine feine Satire auf den Kolonialismus und eine hübsche Krimiparodie, manchmal etwas grob und derb und sogar unappetitlich, aber flott geschrieben und witzig.

Sonntag, 4. Juni 2006

Verkehr im Roman

wäre nicht nur ein Thema für eine Dissertation. Manchmal passen die Sätze einfach:

"Sir", verabschiedeten sie sich und machten sich wieder auf die Suche nach höflichen Autofahrern - ein Widerspruch in sich, wie sie nur allzu gut wussten.

Gefunden in "Schnappschuss" von Garry Disher (ist übrigens tatsächlich ein Vorausexemplar).

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